Welcher Lichtschutzfaktor für Sie der richtige ist

Mit dem richtigen Lichtschutzfaktor schützen Sie Ihre Haut beim Sonnenbaden. Welche Sonnencreme Sie optimal schützt und warum der Sonnenschutzfaktor nicht immer zuverlässig ist.

Lichtschutzfaktor: Wie hoch er sein sollte und wie oft eincremen
Den richtigen Sonnenschutz gegen UV-Strahlung zu finden, ist nicht ganz einfach, denn viele Faktoren spielen mit. Foto: © RossHelen / iStock / Thinkstock
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Jeder Hauttyp hat eine Eigenschutzzeit, die ihn vor den schädlichen Einflüssen der Sonne schützt. Der Lichtschutzfaktor oder Sonnenschutzfaktor von Sonnencreme verlängert die Zeit, die wir an der Sonne bleiben können, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen oder die Haut zu schädigen. Doch dieser Lichtschutzfaktor (LSF) hat auch seine Tücken und Sie sollten den Schutz, den er verspricht, mit Vorsicht nutzen.

Lichtschutzfaktor ist auch abhängig vom Hauttyp

Je dunkler die Haut von Natur aus ist, desto besser ist der Eigenschutz gegen die Sonne. Deshalb bestimmt die Hautfarbe auch, wie lange Sie sonnenbaden können, ohne sich zu verbrennen. Entsprechend verlängert sich auch der Lichtschutzfaktor. 

Menschen mit heller Haut verfügen ungefähr über eine Eigenschutzzeit von 10–25 Minuten, bei einem mittleren liegt der natürliche Schutz bei etwa 15–25 Minuten und bei einem dunklem Hauttyp bei 20–40 Minuten. Wenn das Sonnenbad länger dauert, übrigens auch bei leicht bewölktem Himmel, sollten Sie sich eincremen. Aber mit welchem Sonnenschutzmittel?

So erkennen Sie Ihren Hauttyp

Hauttyp 1: Sehr helle Haut, rote Haare, blaue Augen, viele Sommersprossen
Hauttyp 2: Helle Haut, blonde Haare, blaue oder grüne Augen

Welcher Lichtschutzfaktor für Sie der richtige ist

Sonnenschutz ist individuell, denn nicht jeder Mensch ist für Sonnenbrand gleich anfällig. Foto: © iStock / Getty Images Plus/ E+; Collage: Redaktion Nachhaltigleben

Hauttyp 3: Hellbraune oder olivfarbene Haut, braune Haare, braune Augen
Hauttyp 4: Dunkle Haut, schwarze Haare, braune Augen

So wissen Sie, wie hoch der Lichtschutzfaktor sein muss

Mit dem Lichtschutzfaktor (LSF) einer Sonnencreme lässt sich ausrechnen, wie lange Sie sich eingecremt in der Sonne aufhalten können, ohne die Haut zu gefährden.

Welcher Lichtschutzfaktor für Sie der richtige ist

Sonnenschutzmittel mit LSF 30 oder LSF 50 bieten guten Schutz, aber auch andere Faktoren müssen Sie berücksichtigen. Foto: © VectorMoon / iStock / Thinkstock, Collage: Redaktion

Die individuelle Eigenschutzzeit berechnen Sie mit dieser einfachen Formel: Multiplizieren Sie die Eigenschutzzeit Ihres Haupttyps einfach mit dem jeweiligen Lichtschutzfaktor. Ein Beispiel:

Angenommen, Ihre Haut verkraftet etwa 15 Minuten ohne Sonnenschutz und Sie nutzen eine Creme mit dem Lichtschutzfaktor 20. Dann können Sie Ihre Haut theoretisch 15 x 20 Minuten lang der Sonne aussetzen. Das sind 300 Minuten oder 5 Stunden, ohne dass Sie Ihre Haut gefährden – zumindest theoretisch.

Was den Sonnenschutz mindert

Den benötigten Lichtschutzfaktor wirklich richtig zu bestimmen, ist nicht ganz so einfach. Es gibt einiges, was den angegebenen Lichtschutzfaktor und damit die Wirksamkeit des Sonnenschutzmittels reduziert.

  • Schwitzen
  • Baden
  • Haut, die noch kaum an die Sonne gewöhnt ist, wird schneller rot, unabhängig davon, welchen Hauttyp Sie haben. Der Sonnenschutzfaktor muss höher sein, damit die Haut gleich lange geschützt ist.
  • Die Höhenlage, in der wir uns befinden: In den Bergen ist die schädliche UV-Strahlung intensiver als in niederen Lagen – verwenden Sie zur Sicherheit einen hohen Sonnenschutzfaktor.
  • Mittagssonne von 11 bis 15 Uhr ist wesentlich stärker, daher braucht es einen höheren Lichtschutzfaktor, um gleich lange geschützt zu sein.  
  • Auch wie viel Sonnencreme Sie auf die Haut auftragen, entscheidet über die Qualität des Sonnenschutz'.
  • Helle Flächen wie Wasser, Schnee oder Sand reflektieren die schädlichen UV-Strahlen stärker und es braucht einen höheren Schutzfaktor.

Gut zu wissen:

Online, auf der Website des Bundesamts für Gesundheit, finden Sie einen täglich aktualisierten UV-Index, der angibt, wie stark die UV-Strahlung in den verschiedenen Regionen der Schweiz ist.

Die Krux mit dem Sonnenschutzfaktor und den UV-Strahlen

Rund 6 Prozent des Sonnenlichts bestehen aus den schädlichen und unsichtbaren UV-Strahlen. Wobei UV-Strahlen zu 95 Prozent aus UV-A-Strahlen und zu 5 Prozent aus UV-B-Strahlen bestehen.

Der Lichtschutzfaktor von herkömmlichen Sonnencremes gibt nur den Schutz vor UV-B-Strahlung an. Denn diese führen zu Sonnenbrand und können Hautkrebs auslösen.

Aber auch UV-A wirkt sich negativ auf die Hautgesundheit aus. Diese Strahlung ist zwar schwächer, dringt aber tiefer in die Haut ein. Damit fördert UV-A-Strahlung die Hautalterung und kann Hautkrebs begünstigen.

Der UV-A-Schutz muss nur mindestens ein Drittel des angegebenen Lichtschutzfaktors betragen. Deshalb gilt die oben angegebene Rechnung nur bedingt. Die Sonnencreme mit LSF 20 schützt dann im schlimmsten Fall nur ein Drittel der errechneten Zeit, hier circa 100 Minuten.

Die Berechnung des passenden Lichtschutzfaktors ist also nicht ganz einfach. Im Zweifelsfall sollten Sie ein Sonnenschutzmittel mit einem höheren Faktor wie LSF 50 auftragen, nicht zuletzt, wenn es um empfindliche Stellen wie das Gesicht geht.

Gut zu wissen: Nach Ablauf der Eigenschutzzeit sollten Sie die Sonne für längere Zeit verlassen. Einfach mehr Sonnenschutzmittel zu verwenden, bringt dann nichts mehr.

 

Das Problem: Sie können selbst nicht feststellen, wie hoch der tatsächliche UV-A-Schutz in einer Creme ist. Damit müssen Sie grundsätzlich erst mal davon ausgehen, dass nur die minimalen Anforderungen von einem Drittel des LSF erfüllt sind.

Wichtig sind jedoch beide UV-Filter: Der UV-B-Schutz hält den Sonnenbrand fern und der UV-A-Filter schützt vor der Bildung von Melanomen, also Hautkrebs.

So schützen Sie sich noch besser vor der Sonne

Wer sich nicht bloss auf den Sonnenschutzfaktor in der Sonnencreme verlassen möchte, sollte Folgendes beachten:

  • Stoffe, die dicht und kompakt verarbeitet sind, schützen besser vor UV-Strahlung als beispielsweise feines Leinen.
  • Dunkle Farben bieten besseren Schutz vor schädlicher Sonnenstrahlung als helle
  • Wer seine Kleidung locker trägt, ist besser vor UV-Strahlung geschützt. Schlecht hingegen sind nasse, enganliegende Kleider.
  • Schützen Sie Gesicht und Kopf besonders gut, indem Sie als zusätzlichen Sonnenschutz Sonnenbrille und eine Kopfbedeckung tragen.

Wussten Sie das? 5 schnelle Infos zum Lichtschutzfaktor

  • Braun werden Sie auch mit Sonnenmilch und im Schatten, dann einfach langsamer.
  • Kinder haben sehr empfindliche Haut. Der Lichtschutzfaktor des Sonnenschutzmittels sollte für sie besonders hoch sein. Neben Sonnenschutzmitteln mit chemischem Filter bieten vor allem auch solche mit mineralischem Filter einen guten Sonnenschutz für Kinder.
  • Ein weites, weisses T-Shirt hat mindestens den LSF 10, ein schwarzes sogar 15. Liegt es eng an oder ist nass, reduziert sich der UV-Schutz.
  • Es gibt spezielle Bekleidung mit UV-Schutz, die für Outdoor-Aktivitäten bei Sonnenschein sinnvoll ist.
  • Pro 1000 Höhenmetern über dem Meeresspiegel nimmt die Sonnenintensität um etwa 10 Prozent zu.

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