Hoch hinaus in Graubünden: Wandern auf dem Prättigauer Höhenweg

Der Prättigauer Höhenweg führt über vier Tagesetappen durch die Bergwelt Graubündens. Von Klosters oder Seewis aus erlaufen Sie über 84 km eine beeindruckende Landschaft. Trittsicher und gut ausgerüstet sollten Sie für die Wanderung jedoch sein.

Prättigauer Höhenweg: Wandern mit Ausblick in Graubünden
Foto: © swiss-image.ch / Stephan Engler
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Etappe eins führt von Klosters nach St. Antönien

Egal, in welcher Richtung man den Prättigauer Höhenweg unter die Füsse nimmt, ein Wander- und Naturerlebnis ist er allemal. Auf der ersten Etappe, die zum Beispiel ab Klosters startet, geht es am ersten Tag auf dem Höhenweg gute 12 km – reine Laufdauer etwa fünf Stunden – von Klosters Dorf auf die 700 Meter höher gelegene Saaser Alp. Die Wanderung führt über die schöne Mässplatten und auf die etwas höher gelegene Aschariner Alp auf 2'000 Metern.

Ziel ist das gemächliche Bauerndorf St. Antönien, dessen Werbeslogan einst lautete «Hinter dem Mond, links». Tatsächlich liegt das Dorf im gleichnamigen Seitental recht abgelegen. Geprägt von Milch- und Fleischwirtschaft auf knapp 1'500 Metern Höhe finden hier Naturfreunde eine idyllische Umgebung. Und die zahlreichen Übernachtungsmöglichkeiten laden dazu ein, nicht nur eine Nacht zu bleiben.

Zweiter Tag auf dem Prättigauer Höhenweg lädt zu Abstechern ein

Vom ersten Tag geschlaucht? Dann kommt die zweite Etappe mit knapp 9 km über den Carschina Untersäss und Richtung Partnun gerade recht. Von hier aus lohnt sich ein kleiner Abstecher zum leuchtend-blauen Partnunsee, der malerisch in die Bergwelt eingebettet ist. Hier kann man sich eines der zwei Ruderboote ausleihen oder die 5 bis 15 m hohen Kletterfelsen im Familienklettergarten erklimmen.

Weiter geht es Richtung Carschinaalp mit moderater Steigung. Einmalige Landschaftsansichten erwarten den Tourengeher vor allem am Carschinasee und auf dem Weg zur Carschinahütte auf 2'236 Metern. Die Hütte mit 85 Schlafplätzen im Bettenlager und einer zünftigen Verpflegung steht erhöht und wie eine Trutzburg inmitten der  Berglandschaft.

Auf der dritten Etappe im Prättigau fängt der Tag früh an

Konnte man sich am zweiten Tag auf der Wanderung über den Prättigauer Höhenweg noch fast erholen, heisst es jetzt Schuhe gut schnüren und möglichst zeitich den Marsch antreten. Diese Etappe der Wanderung führt zur 15,4 km entfernten Schesaplana-Hütte, dem vorletzten Tourenziel. 

Hierhin geht es über das Gafalljoch durch Bergwiesen, die im Sommer in voller Blütenpracht vor dem Wanderer liegen und ein impressionistisches Gemälde in das Prättigau zaubern. Über das Gafalljoch wandert man zum Etappenziel, der Schesaplana-Hütte, um die herum es zahlreiche Bäche gibt, die im Sommer zu einem erfrischenden Bad einladen.

Die Schesaplana-Hütte bietet 57 Schlafplätze, darunter ein paar Doppelzimmer. Hier einen Tag zu verweilen bringt eine weitere Herausforderung mit sich: Das Erklimmen des steilen Schesaplana, den mit 2'695 Metern höchsten Berg des Rätikons. Die Tour ist teilweise mit Seilen gesichert und bedarf etwa dreieinhalb Stunden des Aufstiegs. Die Aussicht entlohnt jedoch für die Strapazen.

Die Hütte ist übrigens auch sehr bei Bikern beliebt und ist für fitte Fahrer vom letzten Etappenziel Seewiss aus gut mit einem entsprechenden Velo zu erreichen.

Am vierten Tag geht es abwärts auf dem Prättigauer Höhenweg

Geschafft sagen all jene, die am vierten Tag nach erneuten 16,5 km das letzte Tagesziel erreichen, wobei hier der Schwerpunkt auf dem Abstieg liegt. Satte 1'200 m geht es hier nun bergab, dagegen lediglich 300 m auf kurzen Abschnitten hinauf.

Die letzte Tour führt über Stürfis und Cani nach Seewis. Reine Wanderzeit etwa 5,5 Stunden. Wer übrigens am letzten Tag des Laufens müde ist: In der Schesaplana-Hütte werden Trottinetts verliehen. Trottinetts sind jene Tretroller, die mit Mountainbikereifen und Vorderraddämpfung versehen sind und einen richtig grossen Downhillspass bieten. Allerdings sollte man damit vorsichtig sein, denn bergab können sie ganz schön schnell werden, wenn man nicht aufpasst.

Tipp: In allen Hütten auf dem Prättigauer Höhenweg ist es gerade in der Hauptsaison sehr zu empfehlen, eine Reservation vorzunehmen. Noch mehr Routen, die hoch hinaus führen, finden Sie in dem Beitrag Die Welt zu Füssen auf diesen spektakulären Höhenwanderungen.

Quellen: Praettigau.ch, Carschina.ch, Schesaplana-huette.ch

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann

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