Energiespartipp: Wasser im Wasserkocher erhitzenKochen gehört zum Familienalltag – und genau dort steckt viel Sparpotenzial. Wenn du Wasser im Wasserkocher statt auf der Herdplatte erhitzt, brauchst du in der Regel deutlich weniger Strom. Noch wirksamer wird der Effekt, wenn du nur die tatsächlich benötigte Menge erhitzt und beim Kochen einige einfache Gewohnheiten beachtest. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken Bereits wenn Sie Ihr Wasser mit dem Wasserkocher aufkochen, verbrauchen Sie 50% weniger Strom. Foto © Stockbyte / George Doyle / Thinkstock Warum der Wasserkocher meist effizienter ist Beim Erhitzen von Wasser zählt vor allem, wie direkt die Energie im Wasser ankommt. Ein Wasserkocher arbeitet in der Regel effizienter als eine Herdplatte, weil die Wärme gezielt an das Wasser abgegeben wird und weniger über Topf, Kochfeld und Umgebung verloren geht. Das bestätigen auch aktuelle Empfehlungen von EnergieSchweiz und der Schweizerischen Energie-Stiftung SES: Für kleine bis mittlere Wassermengen ist der Wasserkocher meist die sparsamste Wahl. Besonders wichtig im Alltag: Erhitze nur so viel Wasser, wie du wirklich brauchst. Wer regelmässig «auf Vorrat» einen ganzen Wasserkocher füllt, verschenkt einen Teil des Spareffekts sofort wieder. Für Tee, Schoppenwasser, Bouillon oder Pasta lohnt es sich, die Menge kurz abzumessen. Was im Haushalt am meisten bringt Kochen und Backen machen in vielen Haushalten einen relevanten Anteil des Stromverbrauchs aus. Gerade deshalb helfen kleine Veränderungen spürbar – nicht nur für die Stromrechnung, sondern auch für das Klima. Laut dem Bundesamt für Energie und EnergieSchweiz gehören effiziente Kochgewohnheiten zu den einfachsten Massnahmen im Haushalt, weil sie ohne Komfortverlust umsetzbar sind. Wasser zuerst im Wasserkocher erhitzen: Für Pasta, Reis, Kartoffeln oder Gemüse kannst du Wasser zuerst im Wasserkocher aufkochen und erst dann in den Topf geben. Nur die benötigte Menge erhitzen: Das spart oft mehr als der Gerätevergleich allein. Mit Deckel kochen: So bleibt die Wärme im Topf, Wasser verdampft langsamer und die Kochzeit sinkt. Topf und Kochzone passend wählen: Ist die Platte grösser als der Topfboden, geht unnötig Energie verloren. Restwärme nutzen: Bei Elektrokochfeldern kannst du die Platte oft einige Minuten früher ausschalten. Welche Kochgewohnheiten zusätzlich Strom sparen Neben dem Wasserkocher macht auch das Kochverhalten einen grossen Unterschied. Viele ältere Ratschläge stimmen im Grundsatz noch, sollten heute aber präziser formuliert werden: Kochen mit Deckel bleibt eine der wirksamsten Massnahmen. Ohne Deckel entweicht laufend Wärme. Ein flacher, sauberer Topfboden verbessert den Wärmekontakt. Verformte Böden verschlechtern die Effizienz. Wenig Wasser verwenden hilft zusätzlich – besonders bei Gemüse. Mehr Wasser als nötig bedeutet auch mehr Energiebedarf. Dampfkochtöpfe sind bei Lebensmitteln mit längerer Garzeit weiterhin sinnvoll. Sie verkürzen die Kochzeit deutlich. Induktion ist in vielen Fällen effizienter als klassische Elektrokochfelder, weil die Wärme direkt im Kochgeschirr entsteht. Voraussetzung ist geeignetes, magnetisierbares Geschirr. Mikrowelle kann für kleine Portionen oder zum Aufwärmen effizient sein. Für grosse Mengen ist sie nicht immer die beste Wahl. Was für Familien im Alltag besonders hilfreich ist Eltern kennen das: Morgens muss es schnell gehen, zwischendurch braucht jemand warmes Wasser für Tee, Haferbrei oder eine Suppe, abends steht das Essen für mehrere Personen gleichzeitig auf dem Tisch. Genau in diesem dichten Alltag helfen einfache Routinen mehr als perfekte Einzelmassnahmen. Praktisch ist zum Beispiel, beim Kochen zuerst zu überlegen: «Wie viel Wasser brauche ich wirklich?» Für Nudeln wird oft deutlich mehr Wasser verwendet als nötig. Viele Gerichte gelingen auch mit weniger Wasser und geschlossenem Deckel gut. Das spart Strom, verkürzt die Zeit bis zum Kochen und reduziert Dampf in der Küche. Wenn Kinder mithelfen, lässt sich Energiesparen nebenbei vermitteln: Wasser abmessen, Deckel aufsetzen, passende Platte wählen – das sind kleine, alltagstaugliche Handgriffe mit Lernwert. So wird Nachhaltigkeit konkret und nachvollziehbar. Häufige Missverständnisse «Ein voller Wasserkocher ist effizienter als mehrmals kleine Mengen zu erhitzen.» Das stimmt nur, wenn du die gesamte Menge auch wirklich brauchst. Sonst wird unnötig Energie eingesetzt. «Auf dem Herd ist es egal, wie gross der Topf ist.» Nein. Eine unpassende Kombination aus Topf und Kochzone führt zu Wärmeverlusten. «Offen kochen geht schneller.» In der Praxis ist meist das Gegenteil der Fall: Mit Deckel bleibt mehr Wärme im Topf, das Wasser erreicht schneller die gewünschte Temperatur. «Nur neue Geräte sparen Energie.» Moderne Geräte können helfen, aber das Nutzerverhalten bleibt entscheidend. Auch mit einer älteren Küche lässt sich durch gute Gewohnheiten viel erreichen. Kurz zusammengefasst Wenn du im Alltag einfach Strom sparen möchtest, ist der Wasserkocher ein guter Anfang. Noch besser wirkt die Kombination aus mehreren kleinen Schritten: nur benötigte Wassermenge erhitzen, mit Deckel kochen, passende Töpfe verwenden und Restwärme nutzen. So wird Energiesparen alltagstauglich, familienfreundlich und messbar wirksam.