Scheues Schaf: Wo das Mufflon in der Schweiz noch zu finden ist

Das Mufflon ist das kleinste Wildschaf und stammt ursprünglich aus Korsika sowie Sardinien. Wohl bereits von den Römern aufs Festland gebracht, findet man heute kleine Herden auch in der Schweiz. Mehr zu dem Huftier mit den mächtigen Hörnern.

Mufflon in der Schweiz: Was das scheue Schaf ausmacht
Foto: © Andreas Krappweis / iStock / Thinkstock
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Die unter einem Meter grossen und maximal 50 Kilo schweren Wildschafe imponieren mit ihren mächtigen, gedrehten Hörnern. Diese Hörner tragen ausschliesslich die Männchen, also die Widder. Die Geweihe wachsen ein Leben lang und werden so mit dem Alter immer mächtiger. Sie dienen vor allem den Revier- und Brunftkämpfen, die im Herbst stattfinden.

Etwas umstritten ist es, ob das Mufflon der Vorfahr der heutigen Hausschafe ist. Es könnte auch nur ein über Jahrtausende verwilderter Verwandter sein.

So lebt ein Mufflon in der Schweiz

Erst in der Paarungszeit kommen Männlein und Weiblein zusammen. Den Rest des Jahres leben die Jungtiere bei den weiblichen Mufflons, von denen sich die Widder entfernen, sobald sie flügge sind. Manche Widder sind den Rest des Jahres überwiegend Einzelgänger, schliessen sich aber auch gelegentlich zu kleinen Gruppen zusammen. Diese Gruppen werden stets vom ältesten Mufflon, dem Leittier, geführt.

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Mufflon in der Schweiz: Das scheue Schaf ist wild nur noch selten zu sehen

Das Mufflon in der Schweiz ist ein besonders scheues Wildtier. Dabei ist das Europäische Mufflon (Ovis orientalis musimon) der Urahn aller Hausschafe. Wann genau die ersten Tiere domestiziert wurden, kann man heute nicht mehr genau sagen. Es wird angenommen, dass die ersten Mufflons bereits vor 10'000 Jahren in Kleinasien von Menschen gefangen und als Nutztiere gehalten wurden. 

In der freien Wildbahn sind Mufflons in Europa nicht mehr so zahlreich verbreitet wie früher. Die meisten wilden Mufflons leben heute auf Korsika und Sardinien. Es gibt allerdings auch noch einige wilde Mufflons in der Schweiz. Seit den 1970er Jahren halten sich zwei aus Frankreich eingewanderte Mufflon-Populationen im Unterwallis auf, genauer in den Regionen um Torgon, Morgins und Champéry. Foto: © srniak / iStock / Thinkstock
 

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Nachwuchs gibt es beim Mufflon im zeitigen Frühjahr, so etwa von März bis Mai. Ein Wurf begrenzt sich bei den Wildschafen auf eines, maximal zwei Jungtiere. Ihre Heimat sind Berge und Wälder. In der Schweiz müssen Mufflons vor dem Winter zeitig in tiefe Lagen ziehen, da sie sonst kein Futter finden.

Im Sommer leben sie eher in Mittelgebirgslagen und in Steillagen mit Felsen, wo sie ihren Nachwuchs gut vor Fressfeinden schützen können. Gefährlich wird für das Mufflon hauptsächlich der Wolf. Haben Mufflons erst mal eine ideale Umgebung gefunden, bleiben sie oft über mehrere Generationen dort.

Die mediterrane Heimat und die Bestände der Mufflons

In ihrer ursprünglichen Heimat auf Korsika und Sardinien leben heute nur noch etwa 800 bis 2'000 Mufflons, weshalb sie dort als potenziell gefährdet gelten. Dagegen sind die Bestände in Mittel- und Osteuropa recht stattlich und sollen bei über 60'000 Tieren liegen.

Besonders viele Mufflons kann man in Deutschland, Österreich und Frankreich finden. Aus Frankreich sollen auch die Vorfahren der zwei Populationen im Wallis einst eingewandert sein. Wohl irgendwann in den 1970‘er Jahren kamen sie als Grenzgänger in die Schweiz, wo heute 200 bis 300 Mufflons leben.

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann

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