Farbtupfer in der Schweizer Natur: Wie der seltene Eisvogel lebt

Wer den Eisvogel in der Schweiz zu Gesicht bekommt, kann sich freuen. Denn allzu gross sind seine Bestände nicht mehr. Wo Sie ihn mit etwas Glück noch entdecken können und welche Sage sich um seine Farben rankt.

Eisvogel in der Schweiz: Wie und wo der seltene Vogel lebt
Foto: © bridge99 / iStock / Thinkstock
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2006 war er hierzulande Vogel des Jahres. Kein Wunder, denn das bunte Aussehen des 16 - 17 Zentimeter grossen Tieres ist einmalig. Leuchtend orange ist sein Bauch und blau das Gefieder auf dem Rücken, welches mit kleinen hellblauen Punkten gesprenkelt ist. Fast wie Eiskristalle sehen sie aus oder winzige Schneeflocken.

Markant ist auch sein vergleichsweise langer Schnabel, der ihm bestens beim Bau einer Bruthöhle nützt. Leider ist der Eisvogel hierzulande ein rarer Geselle und seine Art gilt laut Roter Liste der Schweiz mit 300 - 350 geschätzten Brutpaaren als verletzlich.

Welchen Lebensraum der Eisvogel in der Schweiz hat

Hauptsächlich brütet er in der nördlichen Hälfte der Schweiz. Einzelne Tiere und Brutpaare werden laut Vogelwarte Sempach aber auch im Tessin, südlich des Genfer Sees und am Vorderrhein gesichtet. Der bunte Geselle gilt in unseren Breiten nicht als Zugvogel, sondern bleibt das ganze Jahr über hier.

Eisvogel in der Schweiz: Wie und wo der seltene Vogel lebt

Foto: © MikeLane45 / iStock / Thinkstock

Flüsse, Bäche, Seen sowie allgemein Feuchtgebiete sind der bevorzugte Lebensraum des Eisvogels. Denn hier findet er seine Nahrung, Dazu gehören überwiegend kleine Fische, aber auch Krebse, Larven und Insekten. Idealerweise hat der Eisvogel an einem Ufer in seinem Jagdrevier einen sandigen oder lehmigen Hang, in den er seine bis zu einen Meter tiefen Bruthöhlen graben kann. Vier bis sechs Eier legt das Weibchen in der Regel hierin ab.

Und eben diese Wahl seines Lebensraums macht ihn zur bedrohten Art. Die Kanalisierung von Bachläufen, Wasserverschmutzung und ein sinkender Bestand von kleinen Fischen vertreiben den schillernden Vogel und lassen die Zahl der Brutpaare schrumpfen.

Wie der Eisvogel zu seiner Farbe gekommen sein soll

Eine französische Sage über das seltene Tier erzählt, dass einst Noah den kleinen Vogel losgeschickt haben soll, um nach Land für all die Tiere auf seiner Arche zu suchen. Dabei flog er in einem heftigen Sturm so hoch, dass die Sonne unter ihm lag. Diese färbte den Bauch des Eisvogels glutrot, während sein Rücken die Farbe des strahlend blauen Himmels annahm.

Weitere Infos zum Eisvogel und andere heimische Vogelarten, sowie eine Aufnahme seiner schrillen Stimme, gibt es auf der Internetseite der Vogelwarte Sempach.

Quellen: Birdlife.ch, Vogelwarte.ch, Wikipedia

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann

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