Auf in die Pilze! Tipps zum Sammeln und Bestimmen

Endlich beginnt die Zeit zum Pilze sammeln! Aber nicht überall dürfen Sie gleich viel davon mit nach Hause nehmen. Es eignen sich auch nicht alle Pilze für den Kochtopf.

Steinpilze lassen sich getrocknet und luftdicht verschlossen lange aufbewahren
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Pilze lieben feuchte Böden und warme Temperaturen. Daher stehen Ihre Chancen welche zu finden am besten, wenn Sie nach ein paar Regentagen bei nicht zu kaltem Wetter in den Wald gehen. Regnet es, sollten Sie allerdings auf das Sammeln verzichten. Die Pilze saugen sich mit Feuchtigkeit voll und sind dann weniger lange haltbar.

Für den Transport eignet sich am besten ein Korb. Keinesfalls sollten Sie die Pilze in Plastiksäcke legen. Damit sie frisch bleiben, brauchen sie Luft. Das frisch Gesammelte sollten Sie zudem gleich vor Ort im Wald etwas säubern. Hierfür eignet sich ein Taschenmesser, oder eine alte Zahnbürste, mit der sie den Schmutz vorsichtig abkratzen können. Für Jene, die beim Pilze sammeln auf Nummer sicher gehen oder sich einfach im Bestimmen üben möchten, ist ein Pilzbestimmungsbuch ein idealer Begleiter.

Haben Sie alle gewünschten Utensilien zusammen, kann es losgehen Richtung Wald. Wenn Sie Anfänger sind oder keine speziellen Pilzsorten suchen möchten, eignet sich dafür am besten ein Rottannenwald. Dort wachsen besonders viele verschiedene Arten von Pilzen.

Pilze sammeln: bestimmen und ernten

Das Bestimmen der Sorte ist nicht immer einfach. Viele essbare Pilze haben einen giftigen Doppelgänger. Um heraus zu finden, welche Art Sie vor sich haben, sind deshalb verschiedene Kriterien zu beachten. Zum Beispiel die Farbe und die Form, Sporengrösse, Geruch, Standort, ob sie einen knolligen Fuss hat oder nicht, ob sie in einem Kreis mit weiteren Pilzen wächst oder einzeln.

Der geübte Pilzesammler kann auch anhand der Pflanzen, die in der Nähe wachsen, erahnen, welchen Pilz er gefunden hat. Der Birkenröhrling beispielsweise wächst gerne in der Nähe von Birken. Wenn Sie einen giftigen Fliegenpilz finden, kann es gut sein, dass Sie in der Umgebung auf einen Steinpilz treffen. Pfifferlinge wiederum bevorzugen die Gesellschaft von Eichen und Buchen, während Maronenröhrlinge sich eher bei Nadelbäumen wohlfühlen.

Sie sollten Pilze nur dann zum Essen mit nach Hause nehmen, wenn Sie sicher sind, dass es sich wirklich um einen Speisepilz handelt. Wissen Sie es nicht genau, können Sie ihn in vielen Kantonen ernten und zur kostenlosen Pilzbestimmung auf ihre Gemeinde bringen. Dafür brauchen Sie nicht einen ganzen Korb zu füllen. Es reichen zwei bis drei in verschiedenen Wachstumsphasen.

Zum Sammeln drehen Sie den Pilz vorsichtig aus, sodass Sie sein Geflecht unter der Erde nicht verletzen. Oft wird behauptet, das Abschneiden der Pilze würde der Pflanze schaden. Allerdings haben Forscher dies widerlegen können. Das Abschneiden hat keinen Einfluss auf die Population. Möchten Sie den Pilz jedoch bestimmen lassen, ist es wichtig, dass der Stiel dran bleibt.

Pilze ganz einfach haltbar machen

Damit man sie über ihre Saison hinaus geniessen kann, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten Pilze haltbar zu machen.
Zum Beispiel kann man sie ganz einfach einfrieren. Auch das Trocknen im Backofen oder an einer Schnur ist möglich. Zudem gibt es viele feine Rezepte dazu, wie man Pilze einlegen kann.

Tipps und Rezepte rund um das Thema Pilze haltbar machen finden Sie in dem Beitrag «Wie Sie ganz einfach Pilze trocknen, einfrieren und einlegen».  

Schopftintlinge entwickeln in Kombination mit Alkohol Gifte.

Schopftintlinge mit Alkohol kombiniert sind giftig. Foto: © Raimund Berger  / pixelio.de

Was tun, wenn doch ein Giftpilz dabei war?

Giftige Pilze können lebensgefährlich sein, wenn man sie isst. Erste Symptome können von Übelkeit oder Bauchschmerzen bis Durchfall, Schwindel und Schweissausbrüchen reichen. Sofortiges Handeln kann dann unter Umständen Leben retten. Konsultieren Sie umgehend einen Arzt oder das nächstgelegene Spital und warten Sie nicht erst ab, ob die Beschwerden sich von alleine bessern.

Wichtig zu wissen ist hierbei, dass die Symptome einer Pilzvergiftung auch erst nach Tagen auftreten können. Pilze, wie der an sich ungiftige Schopftintling, können zudem beispielsweise zu Magenverstimmungen führen, wenn man sie in Kombination mit Alkohol konsumiert. Daher ist es wichtig, sich über jede Pilzart immer genau zu informieren.

Sammelbestimmungen und Pilzkontrollstellen

Die Sammelbestimmungen zu den verschiedenen Kantonen der Schweiz finden Sie beim Verband Schweizerischer Vereine für Pilzkunde unter vsvp.com.

Ein Verzeichnis von Pilzkontrollstellen gibt es bei der Schweizerischen Vereinigung amtlicher Pilzkontrollorgane unter vapko.ch.