E-Bike mit Anhänger: der ideale Autoersatz

In Schweizer Städten werden immer mehr Fahrradanhänger gesichtet, in denen Einkäufe oder Kinder Platz finden. In Kombination mit einem E-Bike ersetzen sie ein Auto und helfen die Umwelt zu schonen. Zudem geben sie Kids gar mehr Sicherheit als ein Velokindersitz.

Fahrradanhänger sind bei Schweizer Familien beliebt.
Fahrradanhänger werden zur umweltschonenden Alternative zum Auto. Foto: Thomas Lammeyer / iStock / Thinkstock

Sie fahren am Stau vorbei, machen mit den Kindern beim Glaceverkäufer Halt oder steuern auf den Supermarkt zu, um den Wocheneinkauf zu erledigen. Gerade wenn an Samstagen das Verkehrsaufkommen besonders hoch ist, werden Velofahrer mit Anhänger beneidet. Und immer mehr Menschen steigen von vier Rädern auf zwei plus Anhänger um. Experte Markus Flückiger von der Veloplus-Händler-Kette sagt: «Veloanhänger werden schon seit einiger Zeit vermehrt nachgefragt, doch in den vergangenen vier Jahren hat das Interesse stark angezogen.» Gekauft werden meist qualitativ hochwertige Modelle für durchschnittlich tausend Franken. Für Flückiger hängt das wachsende Interesse mit dem Elektrovelo-Trend zusammen, denn dank Tretunterstützung können somit Zwillinge einen steilen Berg hinaufgezogen werden. Marius Graber von Velociped in Kriens sagt sogar: «Kinderanhänger gerade in Kombination mit Elektro-Velos sind für viele Familien der perfekte Autoersatz.»

Autofahrer nehmen mehr Rücksicht

Für den Erfolg ist auch die Sicherheit mitverantwortlich. Graber hat an Vergleichstests zwischen Kinderanhängern und Kindersitzen teilgenommen und rät zu Anhängern: «Hier sind Kinder sicherer aufgehoben, denn wenn der Velofahrer stürzt, kippt der Anhänger nicht.» Zudem habe er selbst die Erfahrung gemacht, dass Autofahrer auf ein Velo mit auffälligem Kinderanhänger mehr Rücksicht nehmen. Bedenken widerspricht auch Christoph Müller von der Abteilung Sport der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) in Bern: «Das ist die sicherste Variante.» Und wie sieht es mit der Sicherheit in Kombination mit Elektrovelos aus, die über 30 Stundenkilometer schaffen? Erst ab diesem Jahr werden Unfälle durch Elektro-Fahrräder gesondert erhoben. Bis dato gilt die Mofa-Regelung: «E-Bikes mit Unterstützung über 25 Stundenkilometern mit gelbem Schild dürfen keine Kinderanhänger transportieren», so Müller. Im Moment läuft die Anhörung für eine Gesetzesrevision, welche die Elektrovelos als eigene Kategorien sauber regeln will.