Elektrogeräte recyceln für die Umwelt: So viel nützt es wirklich

«Alles eh nur Schrott» lautet die beliebte Ausrede, wenn die Elektrozahnbürste oder das elektronische Spielzeugauto im Hausmüll statt im Recycling landet. Dabei nützt Elektro-Recycling der Umwelt viel mehr als du denkst.

Foto © mikkelwilliam/ E+
  • 4
  • 0

Defekte Elektrogeräte richtig zu entsorgen ist keine Hexerei. Und dennoch horten wir sie – meist unbewusst – gerne im Estrich oder Keller, wo wir sie allzu oft vergessen.

Dabei bietet das Recycling von Elektrogeräten der Umwelt einen enormen Mehrwert: Es spart viel Energie und schont wertvolle Ressourcen, denn rund 70 Prozent der Rohstoffe eines Elektrogerätes können weiterverwendet werden.

Wo Wissenslücken sind…

Trotzdem landen defekte Elektrogeräte immer wieder im Hausmüll. Einer der Gründe dafür ist, dass nur die wenigsten wissen, wie sehr Elektro-Recycling die Umwelt tatsächlich schont.

Dass beim Recycling von Elektrogeräten wie der Taschenlampe, elektrischen Eisenbahn oder Spülmaschine wertvolle Metalle und andere Ressourcen zurückgewonnen werden, ist bei vielen kaum präsent. Im Gegenteil: Nicht wenige gehen davon aus, dass recycelte Wertstoffe minderwertig seien und deren Verwertung energieaufwendig ist, wie eine Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz und SENS eRecycling ergeben hat.

Elektrogeräte recyceln lohnt sich in vielerlei Hinsicht

Zu den wertvollen Ressourcen, die in unseren defekten Geräten stecken, zählen etwa Aluminium, Kupfer, Stahl und sogar Gold. Wenn die Geräte in einem Recyclinghof aufbereitet und die enthaltenen Materialien getrennt recycelt werden, spart das im Gegensatz zur Neuproduktion entscheidend viel Energie und CO2-Emissionen.

Zwei Beispiele:

  • Für das Recycling von Aluminium werden nur 5 Prozent der Energie benötigt, die bei der Primärproduktion anfällt, wie unter unteranderem der Aluminium-Verband auf seiner Website schreibt. Zudem wird für die Gewinnung neuen Aluminiums der nicht nachwachsende Rohstoff Bauxit benötigt, der vor allem im Tropengürtel um den Äquator vorkommt. Für den Abbau von Bauxit müssen grosse Flächen brasilianische Regenwälder und sibirische Urwälder weichen, wie die österreichische Umweltorganisation Global2000 schreibt.
  • In den vergangenen 31 Jahren wurden in der Schweiz 1,3 Millionen Tonnen Elektrogeräte entsorgt. Allein im vergangenen Jahr konnte SENS eRecycling so viele Wertstoffe zurückgewinnen, wie in 4 Eiffeltürmen, 3,5 Millionen Trompeten und 200'000 Millionen Velos stecken.

Giftige Stoffe gelangen nicht in die Umwelt

Die Rohstoffe, die durch die richtige Entsorgung von Elektrogeräten in den Wertstoffkreislauf zurückgelangen, sind nicht der einzige Vorteil vom Elektro-Recycling. Spezialisierte Entsorgungsunternehmen wie SENS eRecycling sorgen auch dafür, dass problematische Bestandteile wie Quecksilber oder Batterien gesondert entsorgt werden und nicht in die Umwelt gelangen, wo sie grossen Schaden verursachen können.

Mehr Wissen = weniger Ausreden

Fazit: Je mehr wir über die positive Auswirkung von Recycling auf die Umwelt wissen, umso leichter fällt auch die fachgerechte Entsorgung von defekten Geräten. Wer weiss, wie viele Wertstoffe im defekten Haartrockner oder der kaputten Mikrowelle stecken, wie viel Energie deren Recycling spart und dass es verhindert, dass toxische Stoffe in die Natur gelangen, bei dem wächst auch die Motivation, zu mehr Umweltschutz beizutragen und das Gerät richtig zu entsorgen.

SENS eRecycling ist die Schweizer Expertin für eine nachhaltige Entsorgung von ausgedienten Elektro- und Elektronikgeräten im und um das Haus, sowie Leuchtmitteln und Leuchten. Die Stiftung definiert hohe Qualitätsanforderungen und setzt damit massgebende Standards im eRecycling Kreislauf. Konsumentinnen und Konsumenten helfen die im SENS-Rücknahmesystem erbrachten Leistungen über die vorgezogene Recyclinggebühr (vRG) zu finanzieren.

Kommentieren / Frage stellen

Passend zum Thema: