Richtig heizen: Mit diesen 12 Tipps sparst du Energie und Geld

Rund zwei Drittel des Energieverbrauchs im Haushalt entfallen in der Schweiz auf das Heizen. Dabei können wir durch richtiges Heizen nicht nur der Umwelt helfen, sondern auch das Portemonnaie schonen! Diese 12 einfachen Tipps helfen dabei.

Eine Heizung am Fenste, gemütliche Stimmung mit Decke und Teetasse.
Foto © Cleardesign1 / iStock / Getty Images Plus
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Dieser Artikel erschien zuerst bei powernewz.ch

Fast 6 Monate im Jahr heizen wir unsere Häuser und Wohnungen – dies benötigt zeitweise mehr, mal weniger Energie. Denn heizen muss man in der Schweiz durchschnittlich etwa ab Mitte Oktober bis Mitte April. Wohnst du in einem Altbau, dann macht es Sinn, ab einer Aussentemperatur von rund 13 Grad mit dem Heizen zu beginnen, in einem modernen Gebäude mit guter Dämmung reicht es ab etwa 10 Grad.

Wichtig ist aber vor allem, dass du richtig heizt. Nur so lassen sich CO2-Emissionen wirklich effektiv reduzieren und nur so rücken wir im Bereich des Wohnens ein Stück näher an die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft.

Aber keine Sorge: Nachhaltiges Heizen ist ganz einfach! Mit der optimalen Temperatur, der passenden Wärmedämmung und der richtigen Art zu Lüften lassen sich im Handumdrehen Energie und Heizkosten sparen.

Mit diesen 12 Tricks heizen Sie optimal und sparsam.

1 Warm anziehen statt mehr heizen

Lächelnde Frau im warmen Pullover

Oft machen wir den Fehler, die Heizung auch im Winter auf sommerliche 25 Grad einzustellen. Doch was angenehm sein mag, geht auf Kosten der Umwelt – und des Geldbeutels. Denn: Mit jedem Grad Raumtemperatur erhöhen sich die Heizkosten um etwa 6 Prozent!

Und eigentlich sollte es doch ganz normal sein, im Winter auch in der Wohnung einen Pulli und warme Socken zu tragen.

2 Richtige Temperatur wählen

Nicht in jedem beheizten Raum macht die gleiche Temperatur Sinn. Ideal für Wohnzimmer oder auch das Bad sind Temperaturen zwischen 20 und 22 Grad.

In der Küche reichen etwa 19 Grad und im Schlafzimmer sind 17 Grad optimal.

Tipp: Schliesse tagsüber die Tür zum kühleren Schlafzimmer, damit die anderen Zimmer wärmer bleiben.

3 Thermostat korrekt einstellen

Um die gewünschte Temperatur überhaupt einstellen zu können, ist es wichtig, den Thermostat richtig zu lesen:

  • Stufe 1: 12 Grad
  • Stufe 2: 16 Grad
  • Stufe 3: 20 Grad
  • Stufe 4: 24 Grad
  • Stufe 5: 28 Grad
Thermostat einer Heizung auf Stufe 3 eingestellt

Natürlich können die Temperaturen je nach Gebäude leicht abweichen. Messe am besten mit einem Thermometer, wie gross die Differenzen sind. Im Wohnzimmer sollte im Normalfall die Stufe 3 genügen.

Übrigens: Das Sternchen bedeutet ca. 5 Grad (= Frostschutz). Diese Einstellung solltest du nur vornehmen, wenn du lange verreist und in einem Haus ohne direkt angrenzende Nachbarn wohnst.

4 Temperatur senken: nachts und tagsüber 

Nachts – und wenn du nicht daheim bist, auch tagsüber – kannst du die Temperatur ruhig um einige Grad reduzieren. 

Auch wenn du verreist, machen niedrigere Temperaturen Sinn. Stelle die Heizung in diesem Fall auf Stufe 2 oder bei längerer Abwesenheit sogar auf Stufe 1.

Kälter solltest du die Wohnung nicht werden lassen, denn: Erstens braucht es anschliessend wieder viel Energie, um sie aufzuheizen. Zweitens haben bei einer kalten Wohnung Ihre Nachbarn mehr Aufwand, um die angrenzende Wohnung warm zu halten. Drittens droht in zu kalten Räumen Schimmelgefahr.

Tipp: Mit einem programmierbaren Thermostat kansnt du für jeden Raum und jede Tageszeit die individuelle Temperatur einstellen. Dafür braucht es nur einen entsprechenden Thermostatkopf, der den vorhandenen ersetzt.

5 Wärme rechtzeitig reduzieren

Bis der Heizkörper die gewünschte Temperatur erreicht hat, dauert es eine gewisse Zeit. Um Heizkosten zu sparen, lohnt es sich also, die Heizung eine halbe Stunde vor dem Weg- oder Zubettgehen runterzudrehen.

6 In der Nacht Wärme speichern

Ein Haus bei Nacht mit 5 erleuchteten Fenstern

Vor allem ältere Gebäude verlieren viel Wärme über die Fenster. In der Nacht kannst du dieser Schwachstelle entgegenwirken, indem du Fensterläden und Rollläden schliesst. So bleibt möglichst viel von der Heizwärme in den Räumen gespeichert. Geschlossene Rollläden und Vorhänge machen auch tagsüber Sinn, sofern der Raum nicht genutzt wird und keine Pflanzen darin stehen. 

Tipp: Solltest du nur bei offenem Fenster schlafen können, drehe den Thermostat auf Sternchen * und schliesse die Zimmertür. 

7 Richtig lüften nützt dem richtigen Heizen

Wer Energie und Heizkosten sparen will, sollte auf richtiges Lüften setzen. Für ein gutes Raumklima ist Stosslüften optimal – hier haben wir weitere Tipps zusammengefasst.

Gekippte Fenster hingegen tragen nichts zum Luftaustausch bei. Sie sorgen nur für kalte Wände und bewirken, dass der Heizkörper zwar auf Hochtouren läuft, aber nicht effizient heizen kann.

Ein geöffnetes Fenster, draussen liegt Schnee

Einfach drei- bis viermal pro Tag für fünf bis zehn Minuten die Fenster öffnen. Möglichst viel frische Luft in kürzester Zeit erreichst du durch das Querlüften, bei dem die gegenüberliegenden Fenster geöffnet werden und die Zimmertüren offenstehen. 

Übrigens: Auch gegen Feuchtigkeit und Schimmel hilft Stosslüften.

8 Heizung nicht verdecken

Damit die einzelnen Räume schön warm werden, ist es wichtig, dass der Heizkörper nicht von Möbeln oder Vorhängen verdeckt wird. Nur so kann sich die Wärme optimal verteilen.

9 Fenster und Türen abdichten

Gerade Altbauten weisen bei Türen und Fenstern oft poröse Dichtungen auf, über die viel Wärme entweichen kann.

Mit Schaumstoff- oder Gummidichtungsband kannst du die undichten Fenster- und Türrahmen relativ günstig wieder auf Vordermann bringen und so ganz schnell Heizkosten sparen.

10 Heizperiode möglichst kurz halten

Vielleicht kannst du deine Heizung selbst einschalten, wenn es tatsächlich kalt wird, und nicht bereits bei ersten kühlen Nächten im Herbst (für Interessierte: Statistik zum Heizen in der Stadt Zürich). Dasselbe kann helfen, wenn man im Frühling darauf achtet, die Heizung wieder abzuschalten.

Frau stellt die temperatur in einer modern eingebauten Heizung ein

Hauseigentümer/-innen können zudem die Heizkurve optimieren (Kontakt zur ewz-Beratung).

11 Heizung regelmässig entlüften

Indem du ein- bis zweimal pro Jahr deine Heizkörper entlüftest, kansnt du ebenfalls den Energieverbrauch senken und Heizkosten sparen. 

Sobald du merkst, dass deine Heizung nicht oder nur teilweise warm wird, solltest du die Luft, die sich im Heizkörper angesammelt hat, entweichen lassen.

Übrigens: Ein gut wahrnehmbares Gluckern kann ein Zeichen für Luft in der Heizung sein.

12 Richtiges Heizsystem wählen

Eine Wärmepumpe vor einem modernen Haus

Wenn du in einem Haus mit einer alten Heizung wohnst, ist es ratsam, zeitnah von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien umzusteigen, beispielsweise auf eine Wärmepumpe. So lassen sich nicht nur deine CO2-Emissionen senken, sondern langfristig auch Kosten sparen, und du tust gleichzeitig etwas für die Umwelt.

Durch eine neue Heizung, moderne Fenster oder eine gute Wärmedämmung lassen sich deine Heizkosten natürlich am effektivsten reduzieren.

  Weitere spannende Artikel zum Thema findest du bei powernewz.ch, dem Magazin für eine nachhaltige Energiezukunft und die 2000-Watt-Gesellschaft.

Fotos © zVg ewz

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