Energieeffizienzklasse beachten lohnt sich: So viel sparen effiziente Geräte

Die Energieeffizienzklasse gibt an, wie hoch der Stromverbrauch eines Haushaltsgerätes ist. Auch Autos oder ganze Häuser können mit einer Effizienzklasse gekennzeichnet sein. Dieses Energielabel beim Kauf eines Geräts zu beachten zahlt sich aus. Was die Energieetikette bedeuten und wie viel Strom oder Wasser effiziente Geräte sparen.

Energieeffizienzklassen: So viel sparen effiziente Geräte
Die Klasse A oder A++ bedeutet, dass ein Gerät relativ wenig Strom verbraucht oder ein Auto wenig CO2-Emissionen ausstösst. Bild: Collage Redaktion, Fotos: ©  / iStock / Thinkstock
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Mit den Energieeffizienzklassen ordnet jedes Energielabel ein, wie sparsam ein Haushaltsgerät oder Elektrogerät ist. Dadurch können Sie auf einen Blick erkennen, ob Sie gerade vor einem Stromfresser stehen oder nicht. Alles im grünen Bereich ist bereits relativ energiesparend. Doch auch innerhalb der besten Energieeffizienzklassen kann es erhebliche Unterschiede beim Verbrauch geben. 

Mit dem steigenden Umweltbewusstsein und dem Wunsch nach effizienten Geräten aber auch sparsamen Autos wurde die Energieeffizienzklasse in den vergangenen Jahren für die Verbraucher immer wichtiger. Denn mit der besten Energieeffizienzklasse lässt sich bares Geld sparen und die Umwelt schonen. Mit dem Wunsch nach besserer Energieeffizienz und tieferem Wasser- oder Spritverbrauch werden heute nicht mehr nur Haushaltsgeräte und Elektrogeräte mit einem Energielabel gekennzeichnet, auch Autos, Häuser oder Multimediageräte werden je nach Verbrauch einer Effizienzklasse zugeordnet. 

Energieeffizienzklasse zeigt mehr als nur den Energieverbrauch

Die von der Europäischen Union eingeführten und für die Schweiz gültigen Energieetiketten machen zunächst transparent, welcher Verbrauch entsteht. Das wirkt sich direkt auf die jeweils entstehenden Kosten aus.

Immer mehr Verbraucher orientieren sich heute aber auch an den Informationen auf der Energieetikette. Denn die Energieeffizienzklasse geben nicht nur eine Orientierung für den Energieverbrauch, sondern gleichzeitig für die Umweltbilanz. So geben die Energieetiketten den Wasserverbrauch an, den CO2-Ausstoss eines Fahrzeugs oder die Lärmbelastung eines Wäschetrockners.

Lampen, Fenster, Autos: Unterschiede bei der Einordnung nach Klassen

Energielabel bei Geschirrspühler zeigt Energieeffizienz-Klasse an

Kühl- und Gefrierschränke. Foto: © stromeffizienz.de

Nehmen wir als Beispiel Haushaltsgeräte wie Geschirrspüler, Kühlschrank oder Lampen. Sie sind die grösste Gruppe der Produkte, die in Sachen Energieeffizienz gemessen und markiert sind. Die Skala reicht hier von A+++ bis D, wobei das grüne A die bestmögliche Effizienz angibt und D die höchste Umweltbelastung kennzeichnet. Viele fallen heute bereits in die Klasse A oder besser.

Bei Fenstern, die Angabe ist laut Fachverband "Schweizerischen Zentrale Fenster und Fassade" noch freiwillig, reicht die Skala ebenso von Effizienzklasse A bis D, wie bei Heizkesseln oder Heizungen. Bei Sanitärprodukten reicht die Energieeffizienzklasse von A bis G und bezieht sich auf einen möglichst effizienten Wasserdurchfluss. Auch hier ist die Kennzeichnung freiwillig

Bei Autos, Pneus und einigen industriellen Geräten geht die Effizienzklasse, wie zur Einführung der Energiekette, von A bis G. Das Auto ist auch einer der Sonderfälle, denn auf dem Etikett müssen Basisdaten des Fahrzeugs angegeben sein, der Normverbrauch, der CO2-Ausstoss - und wie er ideal für die jeweilige Fahrzeugklasse wäre. Schliesslich folgt die Einordnung von A bis G.

EU-Energielabel-Verordnung für Energieeffizienzklassen: Was ist erlaubt?

Die EU-Richtlinien für zugelassene Effizienzklassen, die auch in der Schweiz gelten, unterscheiden sich stark. Das liegt bedingt auch an den technischen Möglichkeiten, die Hersteller heute haben. Besonders streng in Sachen Haushaltsgeräte sind heute die Vorgaben für Kühl- und Gefrierschränke wie auch für Waschmaschinen. Bei letzteren zählt nebst dem Stromverbrauch auch der Wasserverbrauch. Im Handel erlaubt sind heute nur noch die Energieklasse A (A+++ bis A++ beziehungsweise A+).

Ähnlich streng sind die Vorgaben für den Geschirrspüler (Energieeffizienzklasse A+) oder den Backofen (bis Energieeffizienzklasse A). Produkte in diesen Kategorien mit Werten darüber dürfen in der Schweiz nicht mehr verkauft werden. Bei diesen Haushaltsgeräten sind also die Energieeffizienzklasse B oder C gar nicht mehr erlaubt. Gemeinsam haben sie, dass die Vorgaben der Energieeffizienz regelmässig angehoben werden, worauf die Hersteller letztlich mit sparsameren, besseren Elektrogeräten reagieren müssen. Hier finden Sie erlaubte Energieeffizienzklassen für alle Geräte.

Waschmaschine: Eine Energieeffizienzklasse besser spart viel

Schauen wir mal auf die Waschmaschine, um deutlich zu machen, was lediglich eine Energieeffizienzklasse besser in Sachen Stromverbrauch bei Haushaltsgeräten ausmacht. Grundsätzlich gibt es Waschmaschinen nur noch in der Energieeffizienzklasse A+++ und A++ angegeben. Die Klasse B bis D gibt es seit einigen Jahren schon gar nicht mehr. Selbst beim Label A hat die EU die Vorgaben verschärft.

Energielabel bei Waschmaschinen gibt die Energieeffizienzklasse an

Waschmaschienen dürfen nur noch in der Energieklasse A verkauft werden. Foto: © iStockphoto / Thinkstock / © stromeffizienz.de, Collage: Sellnow

Entscheiden Sie sich etwa für ein Gerät mit der Energieeffizienzklasse A++, dann verbraucht die Maschine bei durchschnittlichem Gebrauch 90 Kilowattstunden (kWh) im Jahr. Wählen Sie indes ein Gerät mit der Energieeffizienzklasse A+++, dann sinkt der Verbrauch um satte 50 Prozent auf 60 kWh. Auf 15 Jahre gesehen, spart man so immerhin 93,15 Franken bei den Stromkosten.

Hat man eine deutlich ältere Waschmaschine, dann sind Strom- und Wasserverbrauch um ein Vielfaches höher. Denn neue Modelle sind deutlich sparsamer, was den Wasserverbrauch angeht, haben einen deutlich niedrigeren Energieverbrauch und sind trotz gleicher Klasse meistens auch noch viel leiser.

Gewusst? Die Waschmaschine galt bei der Einführung des Energielabels mit ihrem Energie- und Wasserverbrauch als Referenzmodell (Energielabel: G). Bei diesem Haushaltsgerät, das mit 5 Prozent des Haushaltsstromverbrauchs als der grösste Verbraucher zuhause gilt, gab es also deutlich Verbesserungsbedarf.

Was spart eine hohe Energieeffizienzklasse beim Kühlschrank?

Seit 2013 dürfen in der Schweiz lediglich Kühlschränke mit der Energieeffizienzklasse A++ oder A+++ verkauft werden. Aber selbst bei diesem geringen Unterschied ist der Energieverbrauch mit der höheren Klasse deutlich tiefer.

Ein A+++ -Kühlschrank kann bis zu 30 Prozent weniger Strom als ein vergleichbares Gerät mit A++ verbrauchen. Allerdings ist der tatsächliche Verbrauch von Füllmenge, Grösse und der individuellen Temperatureinstellung abhängig. Auch muss unterschieden werden, ob es sich um einen einfachen Kühlschrank oder eine Kühl-Gefrier-Kombination handelt.

Wenn Sie ein neues Haushaltsgerät kaufen, machen Sie sich am besten die Mühe, selbst den Verbrauch mehrerer Geräte miteinander zu vergleichen. Neben der Energieeffizienzklasse gibt es dafür viele weitere Infos, die übersichtlich auf dem Energielabel zusammengefasst sind.

Tipp: Kühlgeräte sind im Dauerbetrieb. Hier über eine Neuanschaffung, mit möglichst hoher Energieeffizienzklasse nachzudenken, bringt viel. Für den Geldbeutel und die Umwelt.

Durch Infos auf dem EU-Energielabel selber die Effizienz beurteilen

Das Energielabel liefert etwa bei Fernseher, Kühlschrank, Staubsauger, Heizkessel, Waschmaschine oder Trockner unter der Energieeffizienzklasse den durchschnittlichen Jahresverbrauch an Strom in Zahlen. Ist der Wasserverbrauch relevant, wird auch dieser mit einem Durchschnittswert auf dem Label angegeben. Beim Fernseher wird etwa zusätzlich angezeigt, ob er ganz ausgeschaltet werden kann oder nur in den Standby-Betrieb. Mit diesen Angaben können Sie recht gut vergleichen, welches Gerät am sparsamsten ist.

Achten Sie bei der Einordnung der Infos auf dem Energielabel jedoch darauf, dass es sich bei vielen Angaben um Durchschnittswerte handelt, die unter Laborbedingungen getestet wurden. Zudem beziehen sie sich teils auf besonders sparsame Einstellungen des Geräts. So wird bei der Waschmaschine häufig das Eco-Programm für die Angabe des Verbrauchs herangezogen.

Tipp: Nicht nur Strom- und Wasserverbrauch sind relevant beim Kauf

Neben den Angaben zur Energieeffizienz der Geräte gibt es auch viele weitere Infos auf dem Energielabel, die für den Kauf relevant sein können. Beim Geschirrspüler wird zum Beispiel der Geräuschpegel angegeben, den er verursacht. Und Kühlgeräte verfügen über eine Angabe zum Fassungsvermögen.

Über eine Fülle von Infos verfügt etwa das Energielabel von Staubsaugern. Hier können Sie beispielsweise auf einen Blick erkennen wie hoch die Saugleistung ist und wie viel Staub er hinten wieder ausstösst. Mehr zum Energielabel des Staubsaugers und warum seine Wattzahl nichts mehr mit der Saugleistung zu tun hat, lesen Sie im Artikel «Staubsaugen mit Etikette: Warum das Energielabel Sinn macht».