Dank Energieetikette im Haushalt Strom sparen

Beim Kauf neuer Haushalts-Geräte sollte man auf die Energie-Etikette achten. Aber Achtung: Die Unterschiede innerhalb der A-Klasse sind markant. Weil Geräte immer weniger Energie verbrauchen, sind ab 2012 neue Etiketten geplant. So soll Stromsparen einfacher werden.

Die Energie-Etikette gibts bald auch für den Fernseher.
Durch den technischen Fortschritt werden auch  Energievorschriften entsprechend angepasst. Foto: neirfy / iStock / Thinkstock
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Auf dem neuen Kühlschrank klebt eine Energie-Etikette mit der Note A+ auf dunkelgrünem Balken. Doch was für den stolzen Besitzer auf den ersten Blick nach einem sehr energiesparenden Modell ausschaut, täuscht: Das Gerät frisst doppelt soviel Strom wie das sparsamste, das zurzeit im Handel ist. Denn bei den Kühl- und Gefrierschränken sind heutzutage bereits Modelle mit drei Pluskreuzen hinter dem A erhältlich und neue Geräte sind fast ausschliesslich in der A-Klasse angesiedelt. Dabei sind die Unterschiede in dieser Kategorie erheblich. Deshalb wird die geläufige Etikette voraussichtlich am 1. Januar durch eine neue ersetzt. Was bleibt: Der rote Balken steht immer noch für Stromfresser. Doch im gelb-grünen Bereich wird neuerdings zwischen vier Stufen unterschieden: A, A+, A++ und A+++. Bestgeräte sind wie bisher mit dem dunkelgrünen Pfeil bezeichnet.

Neue Etiketten gelten auch für Fernseher

Auf Anfang 2012 will das Bundesamt für Energie (BfE) einerseits die neue Energie-Etikette einführen, wie sie in der EU bereits bei einigen Geräten üblich ist. Sie soll neu auch für Fernseher gelten. Bisher war die Etikette für Kühl- und Gefrierschränke, Geschirrspüler, Backöfen sowie Waschmaschinen und Wäschetrockner im Umlauf, weil für diese Geräte klar definierte, international anerkannte Messverfahren existieren.

Anderseits werden die Vorschriften zum Energieverbrauch, die 2009 zum ersten Mal erlassen wurden, entsprechend den technischen Fortschritten verschärft. Zudem gelten sie dann auch für Geräte wie etwa Fernseher, Umwälzpumpen und Beleuchtungssysteme. Dies soll laut BfE bis 2020 jährliche Einsparungen von 1,2 Milliarden Kilowattstunden bewirken. Das entspricht annähernd der halben Jahresproduktion des AKW Mühleberg. Die Vernehmlassung zur Revision der Energieverordnung läuft noch bis zum 7. Juli.

Hoher Stromverbrauch trotz Effizienz

«Handel und Hersteller haben sich bereits auf schärfere Vorschriften eingestellt», sagt Rudolf Bolliger, Präsident der Energie Agentur Elektrogeräte. Der Zusammenschluss von drei Gerätehersteller-Verbänden hat sich die Senkung des Energieverbrauchs zum Ziel gesetzt. Die Haushaltgeräte-Branche habe die Energie-Etikette bereits in den 90er-Jahren auf freiwilliger Basis eingeführt. Zwischen 1975 und 2000 sei der Stromverbrauch der Geräte etwa halbiert und in den letzten zehn Jahren nochmals um zehn Prozent reduziert worden. Dass der Stromkonsum in der Schweiz dennoch stetig ansteige, habe laut Bolliger mit dem Bevölkerungswachstum sowie mit der Tendenz zu Ein- und Zweipersonenhaushalten zu tun.

Definitiv ist auch die neue Etikette mit den Pluszeichen nicht: Bereits in etwa fünf Jahren kommt voraussichtlich ein neues System.

Neben einem effizienten Gerät ist auch der richtig Umgang damit wichtig.

Die vielen A-Kategorien der Energie-Etikette sorgen beim Konsumenten für Verwirrung. Foto: Shawn Hempel / iStock / Thinkstock

Wenig glücklich über die neue Etikette ist man beim Gerätehersteller V-Zug. «Die vier A-Kategorien sind verwirrend», so Hans Mazzoleni von der Geschäftsleitung. Doch ansonsten habe die neue Energieverordnung kaum Auswirkungen auf die Firma, weil die Reduktion des Stromverbrauchs stets ein wichtiges Kriterium bei jeder Entwicklung gewesen sei. Verbesserungen könnten in den nächsten Jahren noch bei der Isolation von Kühlschränken resultieren, prognostiziert Mazzoleni. Man arbeite an Modellen mit Vakuum-Pannels anstelle der Schäumungen, die immer noch das Ozon-schädliche FKW enthalten. Doch mindestens so bedeutsam sei der Umgang mit den Geräten: Viele Leute füllen die Waschmaschine nicht, waschen zu heiss und spülen das Geschirr warm vor. «Solches Verhalten frisst die Verbesserung der Geräte bei weitem wieder weg», sagt Mazzoleni.

Freiwilliges Energystar-Label

Die Hersteller von Bürogeräten wie Computern oder Druckern kennzeichnen ihre effizientesten Geräte auf freiwilliger Basis mit dem blauen Energystar-Label. Unter diesen Produkten sind die Unterschiede jedoch gross. Die Homepage www.topten.ch macht etwa bei Druckern Verbrauchsunterschiede bis zu Faktor fünf aus. Die Sparsamkeit von Geräten ist zudem unter www.energystar.ch ersichtlich.

Text: Andrea Söldi

Wann sollen Haushaltgeräte ersetzt werden?

Mit dem Ersatz sämtlicher alter durch neue Elektrogeräte könne in Privathaushalten über 40 Prozent des Stroms gespart werden, schätzt die Energie Agentur Elektrogeräte. Dennoch zögern manche, ein noch funktionstüchtiges Gerät zu entsorgen. Schliesslich ist das mit Kosten verbunden und auch die Herstellung eines neuen Geräts erfordert Energie und Material. Doch nach zehn bis fünfzehn Jahren zahlt sich eine Neuanschaffung sowohl finanziell als auch aus Umweltgründen aus. Vor allem bei Geräten, die dauernd am Strom hängen, wie etwa Kühlschränken. Dagegen kann der Staubsauger eher etwas länger im Betrieb bleiben, weil er nur stundenweise gebraucht wird.

Ein wichtiger Faktor, der zur Energiesenkung beiträgt, ist auch der Standby-Verbrauch: Seit 2010 wurde dieser per Gesetz markant verringert. Wenn man also ältere Geräte benutzt, ist es besonders wichtig, sie ganz auszuschalten. Ob sich ein Gerät im Standby-Modus befindet, erkennt man an der Wärme, die es ausstrahlt, oder an roten Leuchtpunkten, wie etwa beim Fernseher.

Wieviel Geld spare ich mit einem sparsamen Kühlschrank? Ein Rechenbeispiel:

Der Schweizer Elektrowarenhersteller V-ZUG (www.vzug.com) bietet einen Kühlschrank von 281 Liter Inhalt mit Gefrierfach an. Das A++ -Modell kostet 3180 Franken und verbraucht im Jahr 185 kwh. Das A+ - Modell kostet 2920 Franken und braucht 246 kwh / Jahr. Bei einem durchsschnittlichen Strompreis von 15 Rp. pro kwh bräuchte man 24 Jahre, um den Mehrpreis zu amortisieren. Doch derweil hat man dazu beigetragen, den Gesamtenergieverbrauch wenn auch nur gering, aber doch zu senken.