Haarspülungen: Nicht alles was glänzt ist auch gesund

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Regelmässiges waschen, föhnen und intensives Sonnenlicht greifen unsere Haare an. Das Ergebnis: Sie sehen stumpf aus und der Kamm oder die Bürste kommt gar nicht mehr durch. Abhilfe sollen Haarspülungen schaffen. Sie versprechen zu pflegen, das Haar glänzen zu lassen und dünnem Haar Volumen zu verleihen. Doch was hilft wirklich, und was ist eigentlich drin in einer Haarspülung?

Gute Haarspülung: Was für eine gesunde Haarpflege zu empfehlen ist
Gesundes Haar glänzt und sieht einfach toll aus. Doch, das Glück hat nicht jeder und schnell wird da mal zur Haarspülung gegriffen. Was zeichnet gute Haarspülungen aus und was sollten Sie besser meiden? © Foto: iStock / Thinkstockphotos

Ökotest hat sich in einem Naturkosmetik-Spezial auch der Haarpflege gewidmet. Wie die Tester berichten, müssen unsere Haare Tag für Tag eine ganze Menge über sich ergehen lassen. So werden sie im Jahr Hunderte Male gekämmt, im Schnitt 156 Mal gewaschen, oft geföhnt, bei manchen geglättet und an etwa 208 Tagen im Jahr mehr oder weniger viel Sonnenlicht ausgesetzt. Oftmals verändern wir auch noch unser Aussehen mit chemischen Haarfarben. Spätestens wenn wir im Spiegel eine glanzlose Haarpracht erblicken, ist klar: Das Haar ist stumpf und angegriffen. Da wird schnell zu einer vielversprechenden Haarspülung gegriffen, die vollmundig effektive Pflege für angegriffenes Haar anbietet.

Welche guten Haarspülungen gibt es?

Das grundsätzliche Ziel einer Haarspülung ist es, die raue Oberfläche der Haare zu glätten, sie dadurch besser kämmbar zu machen und ihnen wieder Glanz zu verleihen. Viele Pflegespülungen gelten zwar als gute Haarspülung, weil sie das Ziel der besseren Kämmbarkeit erreichen. Doch leider wird für konventionelle Pflegespülungen fleissig in die Chemietöpfe gegriffen.

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Haarspülungen: Nicht alles was glänzt ist auch gesund

Waschen, Glätten, Spülen, Föhnen, Kämmen - unser Haar muss viel ertragen! Durch diese Strapazen werden sie stumpf und Frau greift zu Haarspülungen, die Volumen, Glanz und Tiefenreparatur versprechen. Doch welche Spülungen helfen ohne zu schaden und was ist wirklich in ihnen enthalten? Wir zeigen gute, wie schlechte Produkte und ihre Inhaltstoffe. Foto: © puhhha / iStock / Thinkstock

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Allen voran sind es künstliche Silikone, die bei einer Pflegespülung den glättenden Effekt haben. Doch Silikon steht im Verdacht, Allergien auszulösen und ist in der Natur nicht abbaubar. Eine deutsche Studie hat ergeben, dass Silikon mittlerweile in jedem deutschen Fluss nachweisbar ist. Wer auf Silikone verzichten will – die übrigens die Haare zwar glänzend aber dafür schwer und kraftlos machen – sollte Produkte umgehen, die Inhaltsstoffe haben welche auf «-cone» und «-xane» enden. Eines der gängigen Beispiele ist Dimethicone, welches unter anderem in der Nivea Long Repair Reparaturspülung oder in Guhl Color & Pflegespülung zu finden ist.

Ebenso sind in vielen Pflegespülungen waschaktive Substanzen enthalten, Tenside genannt, die meist auf Basis von Erdöl hergestellt werden. Auf der Liste der eher unangenehmen Inhaltsstoffe folgen günstige Duftstoffe, die auf künstlichen Moschusverbindungen basieren können. Diese sind ebenfalls in der Natur schlecht abbaubar, lagern sich im Fettgewebe ab und sind im Blut nachzuweisen. Diese Duftstoffe können Allergien auslösen und stehen sogar unter Verdacht, krebserregend zu sein.

Für eine gesunde und gute Haarspülung sollte zudem auf Inhaltsstoffe verzichtet werden, die irgendwelche Zahlenkombinationen beinhalten. Auch hier handelt es sich in aller Regel um chemische Zusatzstoffe, die oft nur bedingt oder gar nicht empfehlenswert sind. Ein Beispiel ist Polyquaternium-37. Dieses Mittel sorgt für eine bessere Nasskämmbarkeit, ist aber laut Ökotest Kosmetikliste weniger empfehlenswert (enthalten u. a. in Schauma Push Up Volumenspülung).

Wer auf all die chemischen Ingredienzen verzichten möchte ohne jede einzelne Zutat zu analysieren, ist mit pflegenden Haarspülungen von Naturkosmetikherstellern am einfachsten bedient. Hier werden in der Regel natürliche, hochwertige und sanft pflegende Substanzen wie Jojoba- oder Kokosöl, Seiden-, Milch- oder Weizenproteine eingesetzt. Doch auch hier gilt eine Einschränkung: Auf Naturkosmetikprodukte zur Haarpflege, die Alkohol beinhalten, sollte verzichtet werden. Denn dieser trocknet die Haare aus. Zudem gilt laut dem Verbraucherportal Codecheck der Nutzen von Seidenproteinen als fraglich. Doch zumindest ist diese Zutat rein natürlich und unbedenklich.

Tipps, die eine Haarspülung im Idealfall unnötig machen

Nicht immer zum Föhn greifen. Und wird er doch eingesetzt, eher eine kühlere Temperatur wählen.

Turban statt rubbeln. Nicht nur angegriffenes Haar reagiert zickig, wenn es trocken gerubbelt wird. Denn so stellen sich die Schuppen an der Haaroberfläche auf und die Haare sind kaum noch kämmbar.

Kunststoffkämme oder Bürsten sollten eher Tabu sein, sie laden die Haare statisch auf. Lieber Kämme aus Holz oder Horn und Bürsten aus Holz und mit Naturborsten wählen.

In einem Test von Ktipp sind übrigens viele konventionelle Haarspülungen durchgefallen, da sie das Versprechen, für bessere Kämmbarkeit der Haare zu sorgen, erst gar nicht einlösen konnten.

 

Quellen: Ökotest, Umweltbundesamt.at, Brigitte.de, Ktipp.ch, Codecheck.info, Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann