Äpfel und Co. vom Balkon? Säulenobst machts möglich

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Auf Ihrem Balkon oder der Terrasse hat ein Baum keinen Platz? Stimmt nicht, denn mit Säulenobst können Sie auch auf kleinstem Raum Birnen, Pfirsiche oder auch Kiwis ernten.

Säulenobst: Alles über Sorten, Ertrag und Anbau
Foto: © Zoonar RF, Diana Taliun, Inácio Pires / Thinkstock

Was einen Baum überhaupt zum Säulenobst macht

Beim Säulenobst wachsen die Früchte ganz nah am Stamm. Deshalb braucht es, im Vergleich zu normalen Bäumen, deutlich weniger Platz. Die schlanke Form erhält das Säulenobst meist durch einfache Schnittmassnahmen, die im Herbst oder zeitigen Frühjahr durchgeführt werden.

Seltener handelt es sich bei den schmalen Bäumen um spezielle Züchtungen, die nicht oder kaum in die Breite gehen. Passend für beispielsweise den Balkon, wird der Höhenwuchs zudem durch die Sortenauswahl, Veredelungen den Schnitt auf 2 bisl 3 Meter begrenzt.

So hoch ist der Ertrag beim Säulenobst

Was ein normaler Baum abwirft, ist beim Säulenobst nicht zu erwarten. Dafür kann er sich über die Jahre zu wenig ausbreiten. Dennoch kann sich das schlanke Gewächs lohnen. Gemessen an der geringen Grösse und dem Umfang bringen viele Sorten trotzdem eine ordentliche Ernte.

Von «A»pfel bis «Z»wetschge auf dem Balkon pflanzen

Säulenobst im Kübel können Sie fast immer kaufen. Denn je nach Alter des Baums, dauert es ein bis drei Saisons, bis er Früchte trägt. Das ist bei normalen Bäumen aus dem Handel aber auch nicht anders.

Inzwischen gibt es auch bereits zahlreiche Sorten. Besonders beliebt sind die recht ertragreichen Äpfel. Die echten Säulenäpfel basieren dabei laut der Baumschule Lubera auf einer natürlichen Mutation, die zufällig im Kanada der 1960‘er Jahre entdeckt wurde. Diese Säulenäpfel bedürfen wenigen bis gar keinen Schnittmassnahmen und bleiben trotzdem ausgewachsen lediglich 60 - 80 cm breit. 

Ähnlich ist es auch bei der neu gezüchtete Säulenbirne Pirini Myway®. Die meisten anderen Sorten müssen jedes Jahr kräftig geschnitten werden, um die Säulenform zu erhalten. Als bereits gestutztes Säulenobst verkauft werden dann aber bereits Kirschen, Pflaumen und Zwetschgen sowie Aprikosen, Pfirsiche oder auch Nektarinen.

Bei dem meisten Säulenobst ist es daher wichtig, dass Sie ein bis zwei Mal im Jahr zur Gartenschere greifen. Das hört sich in der Regel aber umständlicher an, als es ist. Einfache Schnitt-Anweisungen liefern Händler mit oder sind im Internet zu finden. Im Folgenden eine kurze Anleitung.

Das Säulenobst ganz einfach in Form halten

Der Schnitt ist je nach Sorte unterschiedlich, meist sollte er im Sommer oder dem zeitigen Frühjahr durchgeführt werden. Bei dem sogenannten sogenannten Sommerschnitt, oder beispielsweise bei der Kirsche nach der Ernte, kürzen Sie die Seitentriebe des Baumes in der Regel auf 2 bis 3 Knospen. Am besten wird das mit einer scharfen Gartenschere gemacht, ein paar Millimeter hinter einer Knospe, aber nicht weiter von der Knospe weg als etwa einen Zentimeter.

Es gibt auch manche als Säulenobst verkaufte Beeren. Handelt es sich beispielsweise um eine Stachelbeere, dann sind damit aufwändige Schnittmassnahmen verbunden und bei Säulenhimbeeren handelt es sich entweder um schwachwüchsige Sorten, die eher leicht buschig sind. Oder der Produzent hat aufwändig hochgebunden. Das müssten Sie in den folgenden Jahren dann weiterführen, um eine wachsende Säulenform zu erhalten.

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann