Mit diesen Balkonblumen die Artenvielfalt fördern

  • 121

Noch bevölkern nur ein Tisch und zwei Stühle Ihren Balkon? Diese Blumen lassen neben Farben auch Bienen, Hummeln und Schmetterlinge einziehen.

Bild: 1 von 10

Die Kornblume bietet den Bienen extra viel Zucker für ihren Honig

Die Kornblume lockt mit ihrem zuckerhaltigen Nektar und ihren auffälligen hellblauen Blüten besonders Bienen an und dies vom Juni/Juli bis spät in den Oktober hinein. Am liebsten haben die Blumen einen nährstoffreichen Boden. Zudem mögen Sie die Sonne, aber auch im Halbschatten gedeihen die Kornblumen prächtig. Foto: © Mayerberg / iStock / Thinkstock

Weitere Bilder anschauen

Nicht nur in fernen Ländern, sondern auch in der Schweiz sinkt die Artenvielfalt teils bedrohlich. Dies hat viele Gründe, die bei den ach so aufgeräumten und mit allerlei Chemikalien gespritzten Äckern beginnt und weiter geht bei der zunehmenden Bebauung. Wer hier den kleinen und grösseren Tierchen – vom Marienkäfer bis zur Hummel oder dem Schmetterling – helfen möchte, kann mit wenig viel bewirken. Und das nicht nur durch das Anlegen eines Naturgartens.

Artenvielfalt in der Schweiz: Diese Balkonblumen helfen und verschönern

Ein begrünter, mit reichlich Blütenflor geschmückter, Balkon ist nicht nur nützlich, sondern sieht auch gut aus. Zum Beispiel, wenn Sie den Hummel- und Schmetterlingsmagnet, das Hohe Eisenkraut, in einem Kübel oder Blumenkasten anlegen. Es blüht sogar bis zum ersten Frost und zählt damit zu den idealen Balkon-Blumen.

Auch die in unterschiedlichen Grössen erhältlichen Cosmeen oder Schmuckkörbchen sind bei allen nektarsuchenden Insekten beliebt. Zudem zieht die typische Bauerngartenblume, die Zinnie, Insekten an. Diese drei, wie viele andere Blumensorten, lassen sich völlig unproblematisch aus eigenen Samen selbst ziehen und blühen bis weit in den Herbst.

Artenvielfalt fördern: Diese Balkonblumen helfen Marienkäfer & Co

Die rosa-weisse Akelei ist bei Insekten sehr beliebt. Foto: © Teenoo / iStock / Thinkstockphotos.

Weitere Magneten für Insekten, die nicht nur im Garten, sondern auch als Balkonblumen gute Dienste leisten, sind der Rittersporn, Lavendel, Akelei oder kleine Rosen. Ebenso eignet sich die strauchförmige Bartblume, die man jedoch oft mit einem guten Rückschnitt im Zaum halten mus. Auch der Flieder, den es mittlerweile für den Balkon passend als kleinwüchsigen Zwergflieder gibt, leistet auf kleinem Raum viel zur Förderung der Artenvielfalt in der Schweiz.

Richtung Spätsommer und Herbst leisten Echinacea und Fetthenne (Sedumgewächse) optisch und bezüglich der biologischen Vielfalt gute Dienste. Und als dauergrüner Lückenfüller blüht das Kleine Immergrün monatelang, auf dessen Blüten sich Bienen und Hummeln schon ab dem zeitigen Frühjahr niederlassen. Im Garten ist das Kleine Immergrün zudem ein wuchsfreudiger Bodendecker.

Kräuter und Artenvielfalt: Worauf Bienen und Co. fliegen

Küchenkräuter bereichern nicht nur unsere Speisen, denn viele haben ausserdem positive Auswirkungen auf die Artenvielfalt und sind damit eine ideale Ergänzung für die Balkonblumen-Auswahl. Hierzu gehören Oregano, Borretsch, Schnittlauch, der kurz blühende Rosmarin, alle Thymianarten oder der weniger bekannte Basilikumstrauch. Gerade Letzterer blüht den ganzen Sommer über in langen, meist rosa gefärbten Blütenrispen. Nebenbei ist er viel unempfindlicher als der Gemeine Basilikum und mit einer Höhe von etwa einem Meter gibt es Basilikumblätter ohne Ende.

Jetzt schon die Schweizer Biodiversität im Herbst unterstützen

Wer die Artenvielfalt in der Schweiz gezielt mit den richtigen Balkonblumen unterstützen möchte, kann mit Blumenzwiebeln schon zeitig starten. Tipp für den Herbst: frühblühende Krokusse sind besonders beliebt bei Hummeln und Bienen. Tulpen und Zierlauch lieben neben Bienen auch Schmetterlinge.

Artenvielfalt fördern: Diese Balkonblumen helfen Marienkäfer & Co

Schmuckkörbchen findet man in verschiedenen Farben und Grössen. Foto: © photonewman / iStock / Thinkstockphotos.

Die Zwiebeln dafür nach Anleitung in einen grossen Topf pflanzen. Dabei kann man bedingt die Natur austricksen und für eine längere Blüte sorgen, in dem der Topfgärtner die Blumenzwiebeln in leicht unterschiedlichen Tiefen in die Erde steckt. Das erfreut den Balkonbesitzer wie die Insekten mit einer verlängerten Blüte, da die Blumenzwiebeln einer Sorte so nach und nach aufblühen. Ruhig die Zwiebeln dichter als in der Packungsanleitung vorgeschlagen in die Erde stecken. Regelmässig gedüngt und gewässert, kommen die Frühblüher mit der Enge im Topf locker zurecht.

Nebenbei: Stimmt das Angebot an Balkonblumen, halten nicht nur nektarsuchende Insekten Einzug. Auch andere Insekten bevölkern dann den Balkon, wodurch ein kleines Refugium der Artenvielfalt entsteht. So wie der Marienkäfer, der grösste, natürliche Feind der gierigen Blattläuse. Und mit ein wenig Glück schauen auch Meisen vorbei, ebenfalls auf der Suche nach Blattläusen.

Quelle: Garten, Balkon

Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann