Regionales Gemüse ist nicht immer umweltfreundlicher

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Tomaten aus der Schweiz haben einen kurzen Transportweg. Deshalb müssen sie aber nicht nachhaltiger sein als die aus Spanien. Die ETH hat nachgerechnet und zeigt, welche Lebensmittel am wenigstens der Umwelt schaden.

Regionales Gemüse ist nicht immer umweltfreundlicher
Foto: © ilfede / iStock / Thinkstock

Sonnengereifte Tomaten aus Spanien, so das Beispiel aus der Studie, verursachen bei der Produktion und dem Transport insgesamt 0,5 Kilo CO2. Tomaten, aus einem fossil geheizten Gewächshaus in der Schweiz kommen auf 10 Mal mehr. Erst im Hochsommer, wenn das rote Gemüse bei uns im Freien reift, sei die Klimabilanz von Schweizer Tomaten besser.

Forscher der ETH zeigen damit, dass der Transport erst an zweiter Stelle über die Klimabilanz von Früchten oder Gemüse entscheiden kann. Wichtiger ist unter Umständen die Art der Produktion.

Flug-Lebensmittel belasten die Klimabilanz gewaltig

Entscheidend für die Klimabilanz ist der Transportweg aber in der Regel, wenn Lebensmittel eingeflogen werden müssen. Freuen Sie sich etwa bald auf die Spargelzeit? Da dieser grundsätzlich im Freiland angebaut wird, ist hierbei regional fast immer umweltfreundlicher. Pro Kilo Grünspargeln, die in der Schweiz oder Deutschland produziert werden, entsteht 1 Kilo CO2. Wird dieselbe Menge aus Spanien importiert, schlagen 1,5 Kilo CO2 zu Buche. Die eingeflogenen Grünspargeln aus Peru verursachen dagegen durch den Transport mit dem Flugzeug 15 Kilo CO2.

Das Fazit der Studie fällt dementsprechend klar aus. Gemüse oder Früchte, die mit dem Flugzeug transportiert werden oder in einem fossil beheizten Gewächshaus aufgezogen werden, belasten die Klimabilanz der Lebensmittel stark. Neben dem Herkunftsland sollten Sie daher, wenn möglich, auch immer auf die Produktions- und Transportart achten.

Durchgeführt wurde die Studie von der ETH Zürich. Sie hat von 25 Gemüse- und Früchtesorten, die in die Schweiz importiert werden, die Klimabilanz untersucht. Der WWF hat die Studie in Auftrag gegeben. Mehr Infos zum Thema finden Sie hier.

Maximilian Comtesse, Quellen: Medienmitteilung WWF, 16. März 2017