Wessen Welt sich mit nachhaltigem und bewusstem Konsum verändern lässt

Was kann ein einzelner Mensch bewirken, wenn er auf nachhaltige Produkte setzt? Kann er überhaupt etwas zum Guten verändern? In seinem letzten Gast-Blog sagt Erich Geisser, Geschäftsführer von Changemaker, warum eine Bewegung im Kleinen ziemlich Grosses bewirkt.

nachhaltiger Konsum
Foto © Amax Photo/E+
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In meinen vorhergehenden Blogs bin ich der Frage nachgegangen, welche Gründe Konsumentinnen und Konsumenten haben, nachhaltige Produkte zu kaufen. Ich habe aufgezeigt, dass die Motive hinter nachhaltigen Konsumentscheidungen äusserst variieren können.

Natürlich könnte man die Sinnfrage stellen, ob Konsum per se in einer Welt der sich erschöpfenden natürlichen Ressourcen überhaupt zu befürwortet ist, unabhängig seiner Ressourcenverwendung. Und war bzw. ist der Handel nicht schlichtweg der Start des Übels der negativen Marktwirtschaft (es gibt auch eine positive) mit seiner nicht ausbalancierten Verteilgerechtigkeit?

Es sei mir verziehen, wenn ich diese Betrachtungsfacetten nicht berücksichtige, sondern mich der Hauptfrage zuwende:

Was bewirkt der nachhaltige Konsum überhaupt?

Viele grossen Handelskonzerne haben erkannt, dass sie die Verantwortung übernehmen und nachhaltige Produkte im Sortiment führen müssen. Zum Teil sicher auch aus dem puren Marktbedürfnis heraus, keine Kunden zu verlieren, oder vom positiven Sog der Nachhaltigkeit zu profitieren. Es ist unbestritten, dass diese Konzerne mit ihrem Volumen sehr viel bewegen können und wirklich eine Change hervorrufen können.

Wo das Know-how seinen Ursprung hat

Anders vielleicht bei kleineren Unternehmen, wie ich eines vertrete. Es wäre verwegen zu behaupten, dass wir damit eine Veränderung herbeiführen können. Das Volumen dazu ist schlichtweg zu klein. Dennoch gilt es zu bedenken, dass unsere Anstrengungen für Lieferanten im globalen Süden sehr bedeutend und wichtig sein können. Aufgrund unseres Feedbacks können sich die Lieferanten verbessern und ihrerseits marktgerechter und marktgerichteter agieren lernen. Wir bauen auf deren Zuverlässigkeit auf und tragen sehr oft das finanzielle Risiko, indem wir beispielsweise die Produktion vorfinanzieren. Dieses Vertrauen verpflichtet, und genau diese Hoffnung und den Glauben an diese Menschen versetzt Berge und macht den kleinen, aber wesentlichen Beitrag aus, den wir leisten. Denn aus diesem Lernen entsteht das Know-how, das auch grosse Konzerne mit ihrem Volumen anzapfen können.

Hoffnug auf eine gerechtere Welt

Unseren Konsumentinnen und Konsumenten wiederum erzählen wir diese Geschichten von einer besseren, ausgewogeneren Welt. Diese Botschaften, offen und ehrlich und liebevoll in schönen Produkten verpackt, liefert Impulse und Anregungen. Ein Käufer kauft somit nicht nur ein schönes, nachhaltiges Produkt, sondern exemplarisch auch Verständnis und Hoffnung für eine gerechtere Welt.

Also: Lohnt sich nun die Arbeit von solchen kleineren Organisationen? Wir verändern die Welt ganz sicher nicht im Grossen. Dafür sind wir zu klein, zu leise und zu unbedeutend. Aber wir verändern sehr wohl die Welt von einzelnen Menschen.

Und die Welt wird verändert durch Menschen, die die Verantwortung beim Kauf ihrer Produkte übernehmen, egal aus welchen Gründen auch immer. Sie, du, wir, die Leserinnen und Leser des Blogs, sind Teil davon. Kompliment und herzlichen, liebevollen Dank für diese erzielte Veränderung!

Erich Geisser CEO Changemaker

Erich Geisser. Foto © zVg

 

 

 

Zur Person:  Erich Geisser absolvierte an der Universität Zürich einen Nachdiplomstudiengang in angewandter Ethik und ist Geschäftsführer von Changemaker. Ursprünglich mit einem Shop gestartet führt das Unternehmen heute 8 Shops in verschiedenen Schweizer Städten und einen Onlineshop. Die Produkte sind mitunter fair gehandelt, biologisch und/oder umweltfreundlich produziert und handgemacht.

Changemaker

 

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