Kosten und Ertrag einer Photovoltaikanlage

Wieviel kostet eine Solaranlage? Und ab wann rentiert sich die Ausgabe? Wie teuer der Einbau von Solarzellen ist und warum Sie mit der Anschaffung einer Photovoltaikanlage das Geld in Ihre Zukunft investieren.

Infos zu Kosten und Ertrag einer Solaranlage finden Sie hier.
Mit einer Solaranlage investieren Sie Ihr Geld in die Zukunft. Foto: RomoloTavani / iStock / Thinkstock
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Kosten

Eine Solarstromanlage ist eine wertvolle Investition in die Zukunft. Heute installierte Solarmodule liefern über die gesamte Lebensdauer von mindestens 30 Jahren gratis Strom, der selbst verwendet oder verkauft werden kann. Mit der kostendeckenden Vergütung arbeiten optimal ausgelegte Anlagen ohne spezielle Konfigurationen wirtschaftlich.

Ausgaben

Wie bei allen Technologien sinken auch bei der Solarenergie die Preise, sobald die Produktionsmengen steigen. Im langjährigen Durchschnitt reduzierten sich die Kosten jährlich um rund 6 - 7%. Die Ausgaben für Aufdach- und Flachdachanlagen (bis 4 kW) liegen aktuell bei rund 10.000 Franken pro Kilowatt (rund CHF 1.250/m2). Gut in die Gebäudehülle integrierte Anlagen sind etwa 25% teurer. Sie decken jedoch meist zusätzliche Funktionen wie Beschattung oder Dichtung ab. Grossanlagen kosten ab etwa CHF 7.000/KWp (Stand: 2010).

Stromkosten

Die Gestehungskosten einer gut ausgerichteten Solaranlage betragen weniger als 80 Rp. pro Kilowattstunde. Die genaue Höhe ist von vielen Faktoren wie Ausrichtung, Lebensdauer, Zinssatz, usw. abhängig.

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Einen Solaranlage ist liefert umweltfreundliche Energie und spart Energiekosten.

Solaranlagen werden am besten schon bei der Planung eines Hauses mit berücksichtigt. Foto: © RyanKing999 / iStock / Thinkstock

Es ist dem Lieferanten freigestellt, wem er seinen Strom verkauft. Ab dem 1. Januar 2009 gilt das revidierte Energiegesetz (EnG) und damit die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV, Artikel 7a des eidg. Energiegesetzes EnG). Danach muss das örtliche Elektrizitätswerk dem Lieferanten für jede Kilowattstunde eingespeister Energie den im Baujahr gültigen Referenzpreis für Solarstrom während 25 Jahren bezahlen, sofern eine Zusage von der Netzbetriebsgesellschaft Swissgrid vorliegt, dass die Anlage der KEV unterstellt ist. Der Referenzpreis hängt vom Typus und der Grösse der Anlage ab. Die aktuellen Tarife sind zu finden unter www.energie-schweiz.ch.

Der Produzent muss die gesamte produzierte Strommenge abgeben und kann diese nicht anderweitig (z.B. an Ökostrombörsen) verkaufen. Die durch die KEV entstehenden Mehrkosten werden durch einen Zuschlag auf die Stromrechnungen gedeckt. Leider sind die bereitstehenden Mittel für Solarstrom eng begrenzt, weshalb Interessenten mit mehrjährigen Wartefristen zu rechnen haben. Es lohnt sich, Projekte frühzeitig bei Swissgrid (www.swissgrid.ch) anzumelden. Weiterhin betreiben verschiedene Elektrizitätswerke Ökostrom- oder Solarstrombörsen. Produzenten haben die Möglichkeit, ihren Solarstrom an solche Börsen zu verkaufen (Art. 7b EnG). Hier können auch nur Teile der Produktion verkauft werden, und die Tarife können höher sein als jene der KEV.

Finanzielle Unterstützung

Das Inkrafttreten der kostendeckenden Vergütung hebt die bisherigen kantonalen und kommunalen Unterstützungsprogramme teilweise auf. Erkundigen Sie sich bei der Fachstelle Ihres Kantons sowie bei der Gemeinde, welche Steuerabzüge anwendbar sind und ob Förderbeiträge ausbezahlt werden.

Kostendeckende Vergütung

Die Schweiz hat seit dem 1.1.2009 wie ihre Nachbarländer eine kostendeckende Einspeisevergütung für Strom aus erneuerbaren Energien. Damit wäre die Voraussetzung für den wirtschaftlichen Betrieb einer Photovoltaik-Anlage gegeben. Leider sind die zur Verfügung stehenden Mittel für diese Massnahme unzureichend, somit werden Antragsteller vorerst auf eine Warteliste gesetzt.

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In der Schweiz findet man viele Solaranlagen. Foto: elxeneize / iStock / Thinkstock

Solarstrom ist langfristig die wichtigste Primärenergiequelle im globalen Energiemix. Die Photovoltaikindustrie ist weltweit verteilt, konzentriert sich jedoch in den westlichen Industriestaaten, in Japan und zunehmend auch in Indien und China. Der Forschungs- und Produktionsstandort Schweiz besetzt Nischen mit einer hohen Wertschöpfung. Dazu gehören unter anderem Produktionsgeräte für Solarmodule sowie Montagesysteme und Wechselrichter. Mehrere Tausend Beschäftigte, vom Forscher über qualifizierte Industriemitarbeiter bis zum Installateur vor Ort, finden eine Tätigkeit. Das Marktvolumen liegt bei 1.5 Milliarden CHF (2008), wovon 95% aus Exporten stammen. Damit auch der Heimmarkt wachsen kann, braucht es den Ausbau der kostendeckenden Vergütung für Solarstrom. Eine sinnvolle Investition in den Erhalt des Photovoltaik-Standortes Schweiz!

Die Anlage im Betrieb

Unterhalt: Der grösste Vorteil einer Photovoltaikanlage liegt darin, dass die Sonne für den «Treibstoff» keine Rechnung stellt. Da zudem keine bewegten Teile vorhanden sind, ist ein verhältnismässig geringer Unterhalt notwendig. Es lohnt sich eine Solarstromanlage regelmässig zu überwachen und jährlich mindestens einmal genauer zu kontrollieren. Eine monatliche Ertragskontrolle hilft, Fehler frühzeitig zu erkennen und Ausfälle zu vermeiden. Je nach Umgebung der Anlage kann eine Reinigung der Module in gewissen Abständen nötig sein. Die Anlage-Dokumentation sollte entsprechende Formulare zur Ertragskontrolle und Informationen zur Reinigung enthalten.

Umweltfreundlichkeit

Wissenschaftlich anerkannte Studien belegen, dass die zur Produktion von Solarmodulen, respektive einer ganzen Anlage eingesetzte graue Energie in unseren Breiten nach weniger als drei Jahren zurückgewonnen ist. Bei einer Lebensdauer von mindestens 30 Jahren produziert eine Photovoltaik-Anlage in unseren Breiten rund zehn mal soviel Energie, wie zu ihrer Herstellung benötigt wurde. Dieser Faktor, auch Erntefaktor genannt, hängt von verschiedenen Randbedingungen ab - von der eingesetzen Zellen-Technologie, vom Rahmenmaterial, von Ausrichtung und Standort der Anlage oder von der Dimensionierung. Mit der fortschreitenden Weiterentwicklung der Solartechnologie steigt auch der Erntefaktor weiter an. Schon heute ist die Ökobilanz von Solarstrom je nach Berechnungsmethode 4-8 mal besser als beim europäischen Strommix. Des Weiteren enthalten Siliziumzellen keine Giftstoffe. Recycling-Konzepte für Materialien der Solarmodule, wie Glas, Metalle oder die Siliziumzellen sind entwickelt und erprobt.

 

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Photovoltaik-Anlagen für jedermann

Um sich zu engagieren, muss nicht zwingend gebaut werden. Hauseigentümer, die nicht selbst investieren wollen, haben die Möglichkeit ihr Dach einem Contractor «zu vermieten», der darauf die Anlage baut. Wer keine Dachflächen zu vergeben hat, sich jedoch an einer Solarstromanlage beteiligen möchte, kann sein Geld bei einem Contractor investieren. Dieser fasst mehrere Investitionen zusammen, um grössere Anlagen auf geeigneten Gebäuden zu realisieren.

Beteiligung an einem Solarkraftwerk

In der Schweiz gibt es eine Vielzahl von Genossenschaften und Kapitalgesellschaften, die Strom produzieren. Wer die Nutzung von Solarkraft fördern will, kann sich daran beteiligen - mit der Zeichnung von Darlehen und dem Kauf von Aktien. Das Vorgehen ermöglicht den Bau grosser, professionell betriebener Anlagen, die effizient und kostengünstig produzieren. Der erzeugte Strom wird in vielen Fällen Gewinn bringend an eine Solarbörse verkauft. Eine Beteiligung ist daher nicht nur ein Beitrag an eine ökologische Energieversorgung, sondern auch eine interessante Geldanlage. Die Darlehen ergeben einen attraktiven Zins, die Aktien eine Dividende - eine mit reinem Gewissen.

Solarstrom im Abonnement

Viele Elektrizitätsunternehmen bieten ihren Kunden Solarstrom im Abonnement an. Dadurch können auch Mieterinnen und Mieter umweltfreundliche Elektrizität nutzen. Die Kosten sind kalkulierbar und transparent. Achten Sie auf das Qualitätslabel «naturemade star».

Quelle: Swissolar

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