Zara im Verdacht: Zwingt das Label zu Zwangsarbeit?

Das Modelabel Zara wird verdächtigt Menschen in Textilfabriken in Buenos Aires unter unmenschlichen Bedingungen zur Arbeit zu zwingen. Erste Vorwürfe gegen das Label wurden bereits im Jahr 2011 geäussert.

Zara im Verdacht: Zwingt das Label zu Zwangsarbeit?
Das Modelabel Zara wird verdächtigt Menschen zu Zwangsarbeit zu zwingen. Foto: Mcyjerry / Wikipedia
  • 7

Die Anschuldigungen gegen Zara häufen sich. Denn bereits Ende März diesen Jahres machte die Nicht-Regierungsorganisation (NGO) La Alameda, die sich gegen Menschenhandel, Zwangs- und Kinderarbeit in Argentinien einsetzt, dem Modelabel Vorwürfe. Die NGO meldete den argentinischen Behörden, dass Textilien illegal in drei Nähereien in Buenos Aires für den Zulieferer von Zara, der Firma Karina Kannan SRL, hergestellt würden. Die hierzu durchgeführten Razzien konnten auch Zara-Etikette in den genannten Firmen nachweisen. Ebenso belastend ist ein kürzlich erschienenes und mit versteckter Kamera gedrehtes Video, das die Arbeitsbedingungen der Angestellten veranschaulicht. Es zeigt, dass die Arbeiter an ihren schmutzigen und durch freiliegende Kabel unsicheren Arbeitsplätzen wohnen müssen. Zudem dürfen sie die Näherei nur mit Erlaubnis verlassen.

Für die Produktion der Kleidung würden laut NGO meist bolivianische Einwanderer eingesetzt. Die Arbeiter müssten mindestens 12 Stunden unter menschenfeindlichen Bedingungen arbeiten und verdienten dabei pro angefertigtes Kleidungsstück etwa 70 Rappen, heisst es weiter seitens der Organisation.

Schon 2011 wurden in Brasilien Vorwürfe gegen Zara erhoben, die das Label beschuldigten Zwangsarbeiter zu beschäftigen. Bezüglich der neuen Anschuldigungen gegen die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen weisst der Mutterkonzern von Zara, Indidex, jegliche Vorwürfe zurück und bestreitet auch eine Verbindung zur Firma Karina Kannan SRL, dem Zulieferer von Zara.

Zum Modelabel Zara

Zara bildet den Tochterkonzern der spanischen Unternehmensgruppe Indidex und ist mit einem jährlichen Nettogewinn in Milliardenhöhe der grösste Textilhersteller der Welt. Das Unternehmen gehört dem spanischen Milliardär Amancio Ortega.

 

Quelle: nzz.ch

Text: Katharina Kehler