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Stromlücke im Winter: Braucht die Schweiz neue Kernkraftwerke oder mehr Windparks?

Hast du dich schon mal gefragt, woher dein Strom an einem grauen, kalten Februartag kommt? Die Schweizer Energiepolitik steht aktuell an einem entscheidenden Scheideweg. Damit bei uns das Licht nicht ausgeht, hat die Axpo die «Energy Reports» veröffentlicht – eine umfassende Analyse von rund 50 Expertinnen und Experten, wie wir die Stromversorgung im Winter langfristig sichern können.

Symbolbild mit einem Kernkraftwerk in der schweizer Natur mit Bergen im Hintergrund.
Symbolbild © Gemini / Google

Die gute Nachricht zuerst: Die Herausforderung ist lösbar. Doch egal, welchen Weg wir wählen, wir müssen jetzt handeln. Hier erfährst du, was das für dich und unsere Umwelt bedeutet.

Zwei Wege für die Schweiz

Die Berichte untersuchen im Detail, wie wir verlässlich, emissionsarm und bezahlbar durch den Winter kommen. Dabei wurden zwei Hauptszenarien entworfen:

  • Szenario 1 (Mix & Erneuerbare): Eine Kombination aus Wasserkraft, deutlich mehr Windkraft, Photovoltaik und einigen marktaktiven Gaskraftwerken als flexible Ergänzung.
  • Szenario 2 (Kernkraft-Option): Hier entscheidet sich die Schweiz für den Neubau von zwei Kernkraftwerken. Diese würden den Ausbaubedarf bei allen anderen Technologien deutlich reduzieren.

Was das für die Nachhaltigkeit bedeutet

Für uns alle ist klar: Wir wollen weg von fossilen Brennstoffen. Doch die Elektrifizierung von Mobilität und Wärme sowie das Bevölkerungswachstum erhöhen unseren Strombedarf massiv.

  • Windkraft als Winter-Champion: Wind ist für Winterstrom besonders kosteneffizient. Um dieses Potential zu nutzen, muss der Ausbau in der Schweiz jedoch massiv beschleunigt werden.
  • Die Rolle von Gas: Gaskraftwerke stossen CO² aus. Laut Axpo wäre deren Ausstoss im Jahr 2050 im Gesamtbild der Schweiz zwar vernachlässigbar klein, dennoch braucht es langfristig Lösungen für einen emissionsarmen Betrieb.
  • Bestehendes nutzen: Die günstigste Option für grosse Mengen Winterstrom ist der längere Betrieb der bestehenden Kernkraftwerke. Das verschafft der Schweiz Zeit, andere Technologien auszubauen. Der Ständerat will neue Kraftwerke ermöglichen.

Was jetzt passieren muss: Die «No-regret Moves»

Unabhängig davon, welches Szenario die Schweiz wählt, empfiehlt die Axpo Sofortmassnahmen, die sich auf jeden Fall lohnen:

  1. Winterstrom fördern: Das Förderregime muss technologieneutral auf den Winter ausgerichtet werden, statt primär den Sommerstrom-Ausbau zu stützen.

  2. Tempo bei der Windkraft: Der Beschleunigungserlass muss auf kantonaler Ebene schnell umgesetzt werden.

  3. Laufzeiten sichern: Die regulatorischen Hürden für den Langzeitbetrieb bestehender Kernkraftwerke müssen gesenkt werden.

  4. Gas-Rahmenbedingungen: Es müssen Bedingungen für marktaktive Gaskraftwerke geschaffen werden (z. B. keine Doppelbelastung bei CO²).

Fazit: Deine Stimme zählt

Die Energiewende ist kein Selbstläufer. Während Wasserkraft unser Rückgrat bleibt, hat sie kaum noch Ausbaupotenzial. Wir müssen entscheiden: Setzen wir auf einen massiven Windkraft-Ausbau und Gaskraftwerke (Szenario 1) oder ist die Schweiz bereit, die hohen finanziellen Risiken für neue Kernkraftwerke staatlich abzusichern (Szenario 2)? Eines ist sicher: Nur mit einem cleveren Mix bleibt unsere Versorgung sicher und bezahlbar.

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