Wie 21 Weltstädte ihre Abfallberge reduzieren wollen

21 Städte, darunter New York, Mailand, London und Paris, haben dem Abfall den Kampf angesagt. Mehrere Massnahmen sollen helfen gegen die Klimaerwärmung und Umweltverschmutzung vorzugehen.

21 Städte sagen Abfallbergen den Kampf an
Foto: © Arnaud_Martinez/ iStock / Getty Images Plus
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21 Weltstädte und die beiden Regionen Katalonien und Navarra haben in einer Erklärung angekündigt, den Abfall pro Einwohner bis zum Jahr 2030 um mindestens 15 Prozent zu senken.

Die Städte haben sich verpflichtet, ihr Müllmanagement zu verbessern und die Recyclingquote zu erhöhen. So wollen die Unterzeichner gemeinsam mindestens 87 Millionen Tonnen Abfall sparen.

Zudem soll die Abfallmenge auf Mülldeponien und in Verbrennungsanlagen um bis zu 50 Prozent reduziert werden.

Diese Städte und Regionen haben unterzeichnet: Auckland, Katalonien, Kopenhagen, Dubai, London, Mailand, Montreal, Navarra, New York City, Newburyport, Paris, Philadelphia, Portland, Rotterdam, San Francisco, San Jose, Santa Monica, Sydney, Tel Aviv, Tokio, Toronto, Vancouver und Washington DC

Die Unterzeichner-Städte wollen damit einen wesentlichen Beitrag leisten, um die höchsten Ziele des Pariser Übereinkommens zu erreichen und den globalen Temperaturanstieg unter 1,5 Grad zu halten.

Mit den Massnahmen und Bemühungen wollen die urbanen Zentren den Übergang zu einer Null-Abfall-Zukunft beschleunigen, wie sie in ihrer Erklärung schreiben.

Die konkreten Massnahmen

Die Lebensmittelverschwendung soll verringert werden. Sichere Spenden von überschüssigen Nahrungsmitteln sollen erleichtert werden. Die Produktion von zu vielen Lebensmitteln solle verringert werden. Speisereste sollen künftig besser vom übrigen Abfall getrennt werden, sodass die Nährstoffe und die Energie zurück gewonnen wird.

Die lokale und regionale Politik soll so gestärkt werden, dass sie die Hersteller besser in die Verantwortung nehmen kann, wenn es um nachhaltige Beschaffung, um recycelbare Kunststoffe geht. Auch sollen gewisse Materiealien verboten und gleichzeitig Güter besser repariert werden können.

Bau- und Abbruchmaterial soll reduziert, besser zurückgewonnen, wiederverwendet und recycliert werden können.

Das Bewusstsein der Stadtbevölkerung für die Abfall- und Umweltproblematik soll gestärkt werden.

Alle zwei Jahre berichten die Städte über die Fortschritte zur Erreichung ihrer Ziele.

Weltweit wachsen die Abfallberge schneller als alle anderen Umweltschadstoffe und zählen zu den grössten Umweltbedrohungen. Denn Abfall verursacht einen massiven Treibhausgas-Ausstoss. Beispielsweise verursachen die 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittelabfälle, die jährlich auf Deponien landen, das Treibhausgas Methan. Es ist ein viel stärkeres Treibhausgas als CO2 und macht bereits 25 Prozent der globalen Erwärmung aus.

 

Autor: Sabina Galbiati, August 2018