Wenig Anreiz für Firmen den CO2-Ausstoss zu reduzieren

Unternehmen mit einem zu hohen CO2-Ausstoss sollen zahlen, und zwar indem sie zum Ausgleich Emissionszertifikate kaufen. Diese Mehrkosten sollen sie dazu bewegen, in CO2-Reduktion zu investieren. Das lohnt sich derzeit jedoch kaum noch, da die Zertifikate aktuell zu Dumping-Preisen gehandelt werden.

CO2 ist eines der Gase, die den Klimawandel verursachen
Es gibt wenig Anreiz für Firmen in den Klimaschutz zu investieren. Foto: © iStockphoto / Thinkstock.
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Das Preisniveau von Emissionszertifikaten in der EU ist deutlich gesunken. Für betroffene Firmen ist deshalb der Kauf von Zertifikaten inzwischen oft günstiger als in CO2-Einsparungen zu investieren. Die Firmen setzen darum immer öfter auf den Emissionshandel statt darauf, effizientere Produktionsweisen oder den Einsatz erneuerbarer Energien voran zu treiben. Als Resultat nimmt der durch die Industrie verursachte CO2-Ausstoss nicht, wie geplant,  weiter ab, sondern stagniert auf gleichem Level.

Im Juni 2008 mussten Unternehmen noch fast 28€ pro zusätzlich emittierter Tonne CO2 bezahlen. Bis zum Juni 2011 sank der Zertifikatspreis bereits auf 16€ und nahm dann erneut stark ab auf aktuell 8€.

Grund für den enormen Preisverfall ist die Wirtschaftskrise in der EU. Das liegt daran, dass es eine festgelegte Anzahl an Emissionszertifikaten gibt. Da während der Krise weniger produziert wird, ist die Nachfrage nach den vorhandenen Zertifikaten geringer. Dies wiederum führt zu niedrigeren Preisen.

Wie funktioniert der Emissionshandel?

Um die Emissionen von Industriezweigen mit besonders hohem CO2-Ausstoss zu senken, wurde 2005 in der EU und 2008 in der Schweiz der Emissionshandel eingeführt. Aktuell fallen rund 11.000 Unternehmen wie Kohlekraftwerke und Ölraffinerien darunter. Für sie gelten Höchstgrenzen für den CO2-Ausstoss. Für jede Tonne CO2, die über dieses Limit hinaus emittiert wird, müssen Unternehmen Emissionszertifikate kaufen. Dies soll Druck auf Unternehmen ausüben, in klimafreundliche Technologien zu investieren und damit ihren CO2-Ausstoss zu senken.

 

Quellen: nzz.ch, Bloomberg.com, Text: Leena Heinzelmann

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