Weltwasserforum in Marseille: Wasserversorgung in der Krise

Wasser ist ein rares Gut – und die weltweite Wasserkrise könnte sich weiter verschärfen. Davor warnt der WWF im Zuge des diesjährigen Weltwasserforums in Marseille und fordert alle Staaten auf, die UN-Fluss-Konvention zu unterschreiben, die Wasserkonflikte zwischen Staaten verhindern soll.

Das Weltwasserforum findet vom 13. bis 17. März in Marseille statt.
Wasser wird weltweit zu einem immer rarer werdenden Gut. Foto: © pixel&korn - Fotolia.com
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Am Montag wurde in Marseille das Weltwasserforum eröffnet. Rund 20.000 Teilnehmer aus 180 Ländern beschäftigen sich sechs Tage intensiv mit dem flüssigen Lebenselixier. Der WWF präsentierte am Weltwasserforum eine aktuelle Analyse zur Wasserversorgung. Die Umweltorganisation kommt zu dem Schluss, dass vor allem die Landwirtschaft einer der wichtigsten Wasserverbraucher sei und damit von Wassermangel am meisten bedroht sei. Auch Regionen in Europa – Spanien, Italien und Griechenland – sind von Wasserknappheit betroffen. Die Wassernutzung war zudem Auslöser für 50 Konflikte mit Gewalteinwirkungen seit der Jahrtausendwende.

Dass in weiten Teilen der Welt das Wasser rar und zu wenig davon für die Bevölkerung vorhanden ist, das ist kein Geheimnis. Überraschend ist eher, dass auch Westeuropa sich bereits mitten in einer globalen Wasserkrise befindet, denn die Ressourcenknappheit nimmt zu. Martin Geiger, Leiter Bereich Süsswasser beim WWF Deutschland sieht die Gründe darin vorwiegend in der Wasserverschwendung, einem falschen Wassermanagement und einer ineffizienten Bewässerung. «Eine Verschärfung der weltweiten Wasserkrise wird die öffentlichen Gesundheitskosten steigen lassen, die wirtschaftliche Entwicklung ausbremsen, ökologische Probleme verschärfen und zu schwerwiegenden sozialen und geopolitischen Spannungen und Konflikten führen», resümiert Geiger die Ergebnisse der WWF-Analyse.

Und diese Folgen würden auch in der Schweiz und Europa spürbar. «Es drohten Landflucht in Südeuropa, Kollaps der Landwirtschaft in Teilen des Mittelmeers und ein Ende des Tourismus in einigen beliebten Urlaubsregionen», so Geiger. Daher sei die Politik gefordert, um für eine effiziente Wassernutzung und –verteilung zu sorgen. Ausserdem appeliert der WWF an die Regierungen, die UN-Fluss-Konvention zu unterschreiben. Diese garantiert ein partnerschaftliches, zwischenstaatliches Management der Wassersysteme und soll zukünftige Konflikte um das Wasser vorbeugen oder beilegen. Doch laut heutigem Stand fehlt noch die Ratifizierung von elf Staaten, darunter auch von EU-Ländern wie Österreich, Dänemark und Grossbritannien.

Weltwasserforum

Das Weltwasserforum ist eine der grössten, internationalen Konferenzen, auf der sich Wissenschaftler, Politiker und Experten aus aller Welt treffen. Das Forum wurde 1997 gegründet und beschäftigt sich mit der Sensibilisierung für Wasserversorgungsprobleme und der Förderung von Wassermanagement.

 

 

Quelle: WWF, pressetext Text: Miriam Dippe