Immer mehr Weltraumschrott: All soll aufgeräumt werden

Durch Trümmerteile von Satelliten nimmt der Müll im All immer mehr zu. Insgesamt 700.000 Tonnen Weltraumschrott sollen sich derzeit um die Erde bewegen. Neue Richtlinien könnten künftig helfen, die Verschmutzung im Weltraum einzudämmen und neuen Müll zu vermeiden.

Weltraumschrott: Neue Aktionen sollen Müll im All eindämmen
Intakte Satelliten könnten durch die zunehmende Menge an Trümmerteilen im All demoliert werden. Foto: iStock / Thinkstock
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Auf der sechsten Konferenz zum Weltraumschrott mit mehr als 350 Teilnehmern aus aller Welt wurden Ideen vorgestellt, die zur Reduktion des Mülls im All beitragen sollen. Demnach könnte bald ein neuartiger Satellit im All kaputte Geräte reparieren, warten und betanken. Die Pläne dafür werden derzeit am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt entwickelt. Auch ein in Japan erforschtes Seil, das überflüssige Satelliten verknüpfen und zurück zur Erde bringen könnte, ist eine der diskutierten Aufräum-Ideen.

Weltraumschrott-Aufräumarbeiten derzeit noch «Zukunftsmusik»

Doch bis es zur Umsetzung dieser Massnahmen kommt, könnte noch einige Zeit verstreichen. «Die Technologie für einige Lösungen sollte eigentlich in Reichweite sein, wenn man denn genügend Geld bereitstellen würde», so Heiner Klinkrad, Chef für Weltraumtrümmer bei der europäischen Weltraumorganisation Esa laut t-online.de. Zwar seien die Risiken durch die enormen Ausmasse an Weltraumschrott bekannt, doch bezahlen wolle kaum jemand dafür. «Es ist eben ein Umweltproblem wie andere auch», erklärt Klinkrad.

Müll im All gefährdet Raumstation und aktive Satelliten

Grosse Trümmer und kleine Schrottsplitter von kollidierten oder gezielt zerstörten Satelliten bedrohen auch ISS-Besatzung. Die Internationale Raumstation muss den Trümmerteilen immer wieder in riskanten Manövern ausweichen, weil sie ihr gefährlich nahe kommen. Zudem könnten aktive Satelliten, die das Telefonnetz am Laufen halten, bei Wettervorhersagen helfen und Fernsehbilder verbreiten, durch den Weltraumschrott beschädigt werden. Reparaturen würden nach Esa-Schätzung etwa 100 Milliarden Euro betragen.

Quelle: t-online.de, welt.de; Text: Petra Zölle