Wandern auf krebserregendem Asphalt

Beim Bau vieler Schweizer Wanderwege wird Alt-Asphalt verwendet, der oft krebserregende Stoffe enthält. Im Kanton Thurgau ist er deshalb bereits verboten. In anderen Teilen der Schweiz wird der recycelte Belag wohl trotzdem weiter verbaut.

Wanderwege enthalten oft krebserregende Stoffe
Ungesundes Wandern? Foto: © iStockphoto / Thinkstock
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Erst einmal sind die Wanderwege durch Schnee und Eis bedeckt. Doch spätestens beim Abtauen im Frühjahr wird der Asphalt wieder zum Vorschein kommen. In vielen Fällen handelt es sich dabei um recycelten Asphalt. Statt zur Erholung in der Natur könnte Wandern auf solchem Grund schnell zur Gesundheitsgefahr werden. Denn Alt-Asphalt kann polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) enthalten, dessen Dämpfe als krebserregend eingestuft werden.

Der Kanton Thurgau hat deshalb bereits 2011 verboten, rezykliertes Asphalt-Granulat für Wanderwege zu verwenden. Auch schweizweit wird nun ein Verbot gefordert. Der Bund will sich dem Problem zwar annehmen. Doch statt einem generellen Stopp plant er, den heutigen PAK-Grenzwert von 20.000 Milligramm PAK pro Kilogramm auf 5000 zu senken. Dabei ist eine Übergangsfrist von zehn Jahren im Gespräch. Anfang nächsten Jahres wird darüber beraten. In der EU liegt der Grenzwert bereits jetzt bei 4000 Milligramm.

Zumindest den Asphalt mit besonders hohen PAK-Werten will der Bund jedoch entsorgen. Das könnte bis zu 60 Millionen Franken kosten, aber wenigstens unsere Gesundheit schützen.

Quelle: tagesanzeiger.ch

Text: Leena Heinzelmann