Sieg für Tierschützer: Japan erhält Walfang-Verbot

Japan darf ab sofort keine Wale mehr im Südpolarmeer töten. Der Internationale Gerichtshof (IGH) setzt damit einem umstrittenen japanischen Forschungsprojekt ein Ende.

Walfang: Japan darf in der Antarktis nicht mehr töten
Japanische Walfänger jagten nebst Buckelwalen auch Finn- und Zwergwale. Foto: © Fuse / Thinkstockphotos.
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Wale sind künftig, zumindest am Südpol, vor japanischen Harpunen sicher. Das Land muss sein dortiges Forschungsprojekt JARPA II per sofort einstellen, dem in den letzten Jahren bereits mehrere tausend Wale zum Opfer gefallen sind. Das Projekt diene «keinem wissenschaftlichen Zweck», urteilte nun der IGH.

Australien klagte für Walfang-Verbot

Ursache des Gerichtsverfahrens, das zu diesem Urteil führte, war eine Klage der australischen Regierung, die im Jahr 2010 eingereicht wurde. Australien beschuldigte Japan darin, das Forschungsprojekt als Vorwand für eine kommerzielle Jagd zu nutzen. Nach dem Urteil des IGH hat dies nun ein Ende. Es kann keine Berufung dagegen eingelegt werden. Japan zeigte sich tief enttäuscht, will sich aber dem Beschluss fügen.

Für Tierschützer ist dies eine «Sternstunde für den weltweiten Walschutz», wie der WWF es ausdrückte. Dennoch bleibt die Freude vorsichtig. Die japanische Regierung könnte nämlich das Urteil umgehen, indem sie ihr Forschungsprojekt den Forderungen des IGH anpassen.

Walfang am Südpol

Der Walfang ist im antarktischen Schutzgebiet seit 1986 verboten. Japan hat dennoch weiterhin Genehmigungen an Walfänger erteilt, so dass diese für Forschungszwecke am Südpol Wale fangen durften. Für die vermeintliche Forschung wurden jedoch so viele Tiere getötet, dass die australische Regierung Klage einreichte.

 


Quelle: spiegel.de, welt.de, 20min.ch.
Autor: Cristina Bürgi