Unternehmer düngt das Meer und entsetzt damit Umweltschützer

Ein amerikanischer Unternehmer hat auf eigene Faust grosse Mengen Eisensulfat ins Meer schütten lassen. Das verstärkt das Wachstum von Algen, die klimaschädliches CO2 binden und damit das Klima entlasten sollen. Trotzdem sind Umweltschützer über die Aktion gar nicht erfreut.

Algen binden klimaschädliches CO2
Algen binden klimaschädliches CO2. © iStockphoto / Thinkstock
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Durch die «Eisen-Düngung» hat sich vor der kanadischen Insel Haida Gwaii ein riesiger Algenteppich mit einer Fläche von 10.000 Quadratkilometern gebildet. Die Algen nehmen CO2 an der Meeresoberfläche auf. Sterben sie ab, sinken sie mitsamt dem gebundenen Klimagas an den Meeresgrund ab, wo es für lange Zeit gespeichert bleibt.

Damit hat der Unternehmer Russ George bewusst in das Ökosystem eingegriffen – eine Massnahme, die als «Geo Engineering» bezeichnet wird. Auch wenn Geo Engineering nach einem wirksamen Mittel gegen den Klimawandel klingt, ist es sehr umstritten. Es sei nicht absehbar wie sich solche Eingriffe auf das komplexe Ökosystem auswirken, erklärt Joachim Schellnhuber vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung gegenüber spiegel.de.

Deshalb sind Wissenschaftler und Umweltschützer entsetzt über die Einzelaktion des amerikanischen Geschäftsmanns. Er hat zehn Mal mehr Eisen ins Meer kippen lassen, als bisher in den umfangreichsten wissenschaftlichen Experimenten zum Geo Engineering verwendet wurde.

Finanziert wurde Goerges Aktion von den Bewohnern der Haida Gwaii. George hatte die indigene Gemeinde überzeugt, mit dem Eisensulfat etwas Gutes für das Klima zu tun und die Lachsbestände in ihren Fischereigebieten zu stärken. Wie viel Gutes die Algen der Umwelt vor Ort tatsächlich bringen, bleibt abzuwarten.


Quelle: spiegel.de, sueddeutsche.de

Text: Leena Heinzelmann