Der halbjährliche Unsinn: Am Ostersonntag ist wieder Zeitumstellung!

Es ist mal wieder soweit: Wie jeden letzten Sonntag im März wird auch in diesem Jahr die Zeit von 2:00 Uhr nachts auf 3:00 Uhr vorgestellt. Vielen schlägt das nicht nur auf die Laune, sondern auch auf die Gesundheit. Wie viel (Un)Sinn die Zeitumstellung wirklich macht und wie Sie besser damit klar kommen, erfahren Sie hier.

Umstellung auf Sommerzeit
Macht die Zeitumstellung heute noch Sinn? Viele würden sich freuen, wenn die Zeitumstellung abgeschafft würde. Foto © iStockphoto / Thinkstock
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Die Zeitumstellung stiehlt uns am kommenden Ostersonntag wieder eine ganze Stunde. Die Nebenwirkungen, die die Umstellung auf die Sommerzeit mit sich bringen sind zahlreich. Bei vielen kommt sie einem Mini-Jetleg gleich. «Die Zeitumstellung bringt unser fein justiertes inneres Uhrwerk völlig aus dem Takt!», erklärt der Psychologe Till Roenneberg von der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität gegenüber vimentis.ch. Die Tage danach fühlen sich viele übermüdet und schlapp, leiden unter anderem an Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Verdauungsproblemen. Der Biorhythmus scheint bei ihnen völlig auf den Kopf gestellt zu sein.

Manche brauchen gar bis zu drei Wochen bis sich ihr Körper an die Sommerzeit gewöhnt hat. Auch die Unfallzahlen sprechen gegen das Beibehalten der Zeitumstellung. So belegt der Auto Club Europa (ACE), dass die Unfallrate nach der Zeitumstellung um bis zu 30 Prozent steigt, da viele Autofahrer übermüdet am Steuer sitzen.

Zeitumstellung: Tricks zur Minderung der Nebenwirkungen

Um die Auswirkungen der Zeitumstellung etwas zu mindern kann man ein paar Tricks anwenden. Dafür reicht es oft schon aus, einige Tage vor der Zeitumstellung früher ins Bett zu gehen, um sich umzugewöhnen. Dunkeln Sie Ihr Schlafzimmer ab, damit der Schlaf nicht durch Lichteinfall gestört wird. Wenn Sie sich dennoch tagsüber müde fühlen, machen Sie keinen Nachmittagsschlaf, sondern gehen lieber 30 Minuten an die frische Luft. So kommt der Kreislauf wieder in Schwung und macht Sie munterer. Vor dem Schlafengehen sollten Sie einen Beruhigungstee zum Beispiel mit Hopfen oder Baldrian trinken. Meiden Sie abends aufputschende Getränke wie Alkohol oder Kaffee und trinken Sie stattdessen lieber eine warme Tasse Milch mit Honig. Ein Entspannungstraining kann auch unterstützend wirken.  

Zum Ursprung der Zeitumstellung

Die Idee zur Zeitumstellung setzte sich in den 1970er Jahren zu erst in Italien und Frankreich durch. Ausschlaggebend war die Energiekrise 1974. Mit Hilfe der Sommerzeiteinführung wollte man Energie sparen, indem man das länger vorhanden Tageslicht ausnutzte. Nach heutigen Gesichtspunkten bringt das aber überhaupt nichts. In mehreren Untersuchungen konnte bereits bewiesen werden, dass durch die halbjährliche Zeitumstellung keine Energie gespart wird.

In der Schweiz gibt es diese Regelung aber erst seit den 80er Jahren. Seither erheben sich aber immer wieder Stimmen, die fordern die Sommerzeit abzuschaffen, da die früheren Vorteile längst der Vergangenheit angehören. Zuletzt war es die Luzerner SVP-Nationalrätin Yvette Estermann im Jahr 2010, die sich für die Abschaffung der Zeitumstellung aussprach, jedoch ohne Erfolg.

 

Quellen: blick.ch, mainpost.de, vimentis.ch

Text: Katharina Kehler