Unfaire Spargelernte: Miese Bedingungen für Schweizer Saisonkräfte

In der Schweizer Landwirtschaft werden Spargel, Erdbeeren und Bohnen meist von Saisonarbeitern geerntet. Zum grossen Teil jedoch unter unmöglichen Arbeitsbedingungen. Wo das Problem liegt und welche Lösung es gibt, zeigen Untersuchungen der Uni Zürich.

Unfaire Spargelernte: Miese Arbeitsbedingungen für Schweizer Saisonarbeiter
Eine gesetzliche Regelung könnte den Saisonkräften bessere Arbeitsbedingungen ermöglichen. Foto © iStockphoto / Thinkstock
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Rund 30.000 Gastarbeiter aus EU-Ländern wie Polen, Bulgarien oder Portugal sind offiziell in der Schweizer Landwirtschaft tätig, die Zahl der inoffiziellen nicht mitgezählt. Für einen Monatslohn von 3200 Franken bei einer Arbeitszeit von über 55 Stunden wöchentlich schuften die Arbeiter auf Schweizer Spargel-, Erdbeer- und Bohnenfeldern. Dabei leben sie oft zwischen drei bis neun Monaten (je nach Arbeitsvertrag) in sozialer Isolation auf abgelegenen Bauernhöfen.

Die Ursache für diese prekären Arbeitsbedingungen der Saisonarbeiter sind zum einen auf den enormen Preisdruck in der Schweizer Landwirtschaft zurückzuführen. Dieser entsteht durch die zunehmende Marktöffnung und den Wettbewerb im Detailhandel. Zum anderen unterstehen die Arbeitsverträge in der Landwirtschaft weder dem Schweizerischen Arbeitsgesetz noch einem Gesamtarbeitsvertrag für alle Angestellten. Meist werden daher individuelle Arbeitsverträge abgeschlossen, welche die Standards von normalen Arbeitsverträgen deutlich unterschreiten.

Die Universität Zürich untersuchte nun, durch welche Massnahmen die Arbeitsbedingungen verbessert werden können. Laut Ergebnissen ist etwa die Einführung eines Fair Trade-Labels für Spargel oder Erdbeeren wenig sinnvoll. Die Umsetzung sei zu kompliziert. Als einzige Lösung identifizierte die UZH eine gesetzliche Regelung der Arbeitsverträge, wie es sie bereits in anderen Bereichen mit vielen Saisonarbeitern gibt, beispielsweise im Baugewerbe. Durch eine solche Regelung könnte auch den Saisonarbeitern in der Landwirtschaft ein sozialer Mindeststandard gewährleistet werden.

Tipps zum Spargelkauf

Leider sieht man es den Spargeln nicht an, unter welchen Bedingungen sie geerntet wurden. Einzige sichere Alternative ist, dort einzukaufen wo man bereits über die Arbeitsbedingungen Bescheid weiss. Ansonsten könnte höchstens noch ein sehr niedriger Preis im Vergleich zu anderen Spargeln Aufschluss über die Bezahlung der Arbeiter geben.

 

Quelle: uzh.ch

Text: Katharina Kehler

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