«mountain wilderness»: mehr Respekt für die Berge

«mountain wilderness» hat sich dem Umweltschutz der Berge verschrieben. Die Organisation wurde Ende der 80er Jahre von bekannten Alpinisten mit dem Ziel gegründet, durch unkonventionelle Protestaktionen die Menschen für einen naturverträglichen Berg- und Schneesport zu sensibilisieren.

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Mitglieder von Mountain Wilderness bei einer Stop Heliskiing-Demonstration. Fotoquelle: mountainwilderness.ch
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Endlich meldet der Wetterbericht den ersten Schneefall in den Bergen. Bei schönem Wetter kann man wieder die Ski, das Snowboard oder die Schneeschuhe unter die Füsse montieren und damit die verschneite Bergwelt erkunden. Viele Leute bewegen sich dabei auch abseits der Piste und es ist ihnen nicht bewusst, dass sie damit der Wildnis keinen Gefallen tun. «wilderness mountain» setzt hier an. Mit unkonventionellen Protesten wie beispielsweise einer Aufräumaktion auf dem K2 und Aufklärungsarbeiten durch das Lehrmittel «Wild im Schnee» für Winter-Schulsportlager, das zweimal jährlich erscheinende Magazin «wildernews» und regelmässige Mailings möchte die Organisation die Bergsportler darauf aufmerksam machen, in welch sensibler Landschaft sie sich bewegen.

«mountain wilderness» fordert Skifahrer, Snowboarder und Schneeschuhwanderer dazu auf, neben einem «Safety Check» (Verhältnisse und Ausrüstung) auch einen «Nature Check» durchzuführen. Mit letzterem ist das Befolgen von Verhaltensregeln für einen naturverträglichen Schneesport gemeint. Das heisst, Sie sollten die in den Skitourenkarten markierten Wildruhezonen einhalten. Falls keine Markierungen da sind, ist das Gelände gut zu beobachten und falls Wildtiere wie Gämse oder Hasen zu sehen sind, sollten Sie das Gebiet weiträumig umgehen. Denn bei herannahenden Menschen treten diese die Flucht an und verbrauchen im tiefen Schnee ungefähr das Zehnfache an Energie. «Bei häufigen Störungen überleben die Tiere den Winter nicht», äussert sich «mountain wilderness» zur Problematik. Nicht nur auf Wildtiere, sondern auch auf Pflanzen ist Rücksicht zu nehmen. «Junge Bäume leiden durch Verschnitt mit Skikanten – genügend Abstand ist angesagt.»

Stop Heliskiing: zum Schutz der Berge

Seit Jahren führt «mountain wilderniss» zudem eine Kampagne für den Stop des Helitourismus in den Schweizer Bergen. Während in Frankreich und Deutschland das Heliskiing verboten und in Österreich stark eingeschränkt ist, bestehen in der Schweiz weiterhin 42 Gebirgslandeplätze, wobei sich über die Hälfte innerhalb oder in der Nähe geschützter Landschaften befinden. Damit die Ruhe und Stille wieder zurück in die Bergwelt kommt, verlangt die Organisation «ein generelles Verbot des Heliskiings in den Schweizer Bergen bis 2020.» Sofort sollten jene Landeplätze aufgehoben werden, welche sich in geschützten Landschaften befinden und schrittweise sollten die anderen folgen. Seit 2004 führt «mountain wilderniss» Stop Heliskiing-Demonstrationen auf Gebirgslandeplätze durch. Mit Fahnen ausgerüstet marschieren Dutzende Mitglieder zu den Plätzen, wo sie Verhandlungen zu den Gebirgslandeplätzen (GLP) fordern. Bei den Neuverhandlungen sollen sowohl die alpinistischen Bedürfnisse wie auch die Interessen der Umwelt berücksichtigt werden.

Mehr Informationen zur Organisation und den Aktivitäten der Umweltschutzorganisation finden Sie unter www.mountainwilderniss.ch.

Quelle: www.mountainwilderness.ch, Text: Lea Schwer

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