Schon 7 Milliarden: So gefährdet die Bevölkerungzunahme die Umwelt

Dieser Tage knackt die Erdbevölkerung die «Sieben-Milliarden-Marke». Was bedeutet das für die Umwelt? Wie die steigende Bevölkerungszahl das Klima einschneidend belastet, lesen Sie hier.

Die Bevölkerungszunahme verlangt ein weltweites Umdenken.
Die Bevölkerungszahl der Erde steigt. Reichen die Ressourcen für uns alle aus? Foto: © Gerhard Wanzenböck - Fotolia.com
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Nach Schätzungen der UNO ist der Erdbewohner Nummer sieben Milliarden am 31. Oktober auf die Welt gekommen. Internationale Forschungszentren tippen darauf, dass das Kind auf dem asiatischen Kontinent das Licht der Welt erblickt hat.

Die Milliardenwende verheisst der Umwelt nichts Gutes, wie der WWF berichtet. Wenn die Bevölkerungszahl weiterhin anwächst, werden die zur Verfügung stehenden Ressourcen pro Kopf immer knapper – besonders wenn man mit ihnen so verschwenderisch umgeht wie in der westlichen Welt, nicht zuletzt auch in der Schweiz.

Das Wachstum wird sich in den Industrieländern zwar in den nächsten Jahren wegen der kleiner werdenden Geburtenquote stabilisieren. Was den Ressourcenverbrauch angeht, gilt dies allerdings nicht. Der Energiebedarf pro Kopf wächst immer mehr an und lässt so den Ressourcenverbrauch weiter deutlich steigen. Felix Gnehm von der WWF Schweiz ist überzeugt davon, dass man etwas dagegen tun muss. «Diese ungebändigte Verschwendung müssen wir anpacken, statt mit dem Finger auf die steigende Bevölkerungszahl in den ärmsten Ländern zu zeigen.»

Ein Schweizer verbraucht 8-mal mehr Energie, Nahrungsmittel und andere Ressourcen als ein Einwohner von Bangladesch und doppelt soviel wie der Durchschnittserdbewohner. Daran, dass es an Mitteln und Know-How für eine nachhaltigere Lebensweise fehlt, kann das in der Schweiz allerdings nicht liegen. Energieeffiziente Gebäude, energiesparende Fahrzeuge und ein gut ausgebauter öffentlicher Verkehr müssten allerdings vom Staat mehr gefördert und vom Volk offener aufgenommen werden. Dann könnte man mit weitaus weniger Ressourcen auskommen und die Umweltbelastung um einiges reduzieren.

Die weltweite Bevölkerungszahl muss sich dennoch stabilisieren. Eine Geburtenkontrolle, wie sie zum Beispiel in China seit 1979 staatlich durchgeführt wird, könnte auch in anderen Staaten eine erste effektive Massnahme sein. Die Vorbeugung von ländlicher Armut ist ebenfalls entscheidend. In Schwellenländern sind nur die Einwohner nicht auf Kinder angewiesen, die Zugang zu höherer Bildung und – eben – Ressourcen wie Wasser und Energie haben.

Für Felix Gnehm von WWF Schweiz sind beide angesprochenen Faktoren wichtig für eine weniger belastete Umwelt: Stopp des massiven Bevölkerungswachstums und radikales Umdenken beim Ressourcenverbrauch. Es braucht «eine grüne Wirtschaft, die den Wohlstand nicht von der Ressourcenverschwendung abhängig macht.» Nur dann kann den Entwicklungsländern eine Perspektive gegeben werden.

Quelle: WWF

Text: Sabrina Stallone