Neue Tests sollen Tierversuche mit Fischen ablösen

Statt Tierversuche an lebendigen Fischen könnten bald für Untersuchungen gezüchtete Zellen verwendet werden. Die neuen Testverfahren verschonen nicht nur die Tiere, sondern könnten auch zur unserer Sicherheit und Gesundheit beitragen.

Tierversuche mit Fischen stoppen: Neue Tests könnten Lösung sein
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Täglich werden bis zu 15'000 neue Chemikalien registriert, die mittels Tierversuchen auf ihre möglichen Risiken getestet werden sollen. Für diese Untersuchungen werden oft junge Fische verwendet, weil sie sehr empfindlich auf Schadstoffe im Wasser reagieren. Pro Chemikalie werden für die Tests ca. 400 Fische gebraucht. So fallen allein in der EU jährlich etwa 200'000 Fische den Tierversuchen zum Opfer. Zudem ist das bisherige Verfahren langwierig und dauert 30 bis 60 Tage.

Da die Tierversuche so viel Zeit in Anspruch nehmen und hohe Kosten verursachen, werden bei Weitem nicht alle neuen chemischen Stoffen ausreichend getestet. Somit sind oft auch die möglichen Risiken für Menschen und Umwelt nicht vollständig bekannt, bevor die Chemikalien auf den Markt kommen.

Forscher der Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag) arbeiten nun zusammen mit Wissenschaftlern der ETH Zürich und Lausanne an neuen Testverfahren mit Kiemenzellen, die in der Kulturschale gezüchtet werden. Die im Labor gezüchteten Kiemenzellen reagieren bereits nach nur fünf Tagen auf die Chemikalien, in dem sie schneller oder langsamer wachsen. Um sicher zu gehen, dass die neuen Testverfahren Tierversuche ersetzen können, müssen jedoch zunächst weitere vergleichende Studien durchgeführt werden.

Quellen: nzz.ch, schweizerbauer.ch, aerzte-gegen-tierversuche.de