Tierquälerei in Trutenmast: Produkte auch in der Schweiz

Die deutsche Trutenzucht schockiert erneut mit schrecklichen Bildern aus der Mast, wo Tierquälerei an der Tagesordnung zu stehen scheint. Oft kommt das in die Schweiz importierte Fleisch aus Deutschland auch aus betroffenen Betrieben, der Detailhandel will nun aber Konsequenzen ziehen.

Tierquälerei in Trutenmast: Produkte auch in der Schweiz
Viele Truten in deutscher Haltung bekommen nicht einmal Freilauf und verenden langsam, wenn sie krank werden. Foto: © iStockphoto / Thinkstock
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Die deutsche Trutenmast steht schon seit längerem in der Kritik. Doch trotz der erschreckenden Wahrheit über die Haltung der Tiere habe sich bis heute nichts geändert, sagt der deutsche Tierfilmer Jan Peifer gegenüber dem Konsumentenmagazin «kassensturz». Noch immer erhielten die Tiere keinen Freilauf, würden so stark gemästet, dass sie kaum noch gehen könnten und um verletzte Tiere würde sich auch nicht gekümmert, kritisieren zudem deutsche Tierschützer.

Dass die Trutenzucht in Deutschland nicht gerade den Anforderungen der Schweizer Tierschutzbestimmungen entspricht, wurde schon 2011 berichtet. Seitdem hat sich nur leider nicht viel verändert.

Weiter betroffenes deutsches Trutenfleisch im Schweizer Handel

Im Schweizer Detailhandel findet man auch oft deutsches Trutenfleisch, das für Konsumenten besonders reizvoll ist, weil es deutlich günstiger als das Schweizer Fleisch angeboten werden kann. Der Preis dafür ist leider manchmal, dass es nicht den Bestimmungen des Schweizer Tierschutzes entspricht. «Man weiss, dass die Trutenmast in Deutschland und anderen Ländern sich wesentlich von der Schweizer Tierschutzgesetzgebung unterscheiden. Für mich ist es ein Skandal, dass man immer noch solches Fleisch in die Schweiz importiert», empört sich Hans-Ulrich Huber, Geschäftsführer des Schweizer Tierschutzes laut «kassensturz».

Während Migros ab Oktober 2013 ihr importiertes Trutenfleisch von einem ungarischen Lieferanten beziehen will, der nach Schweizer Tierschutzverordnung produziert, erklärt Coop: «Wir beziehen alles Truten-Frischfleisch von einem Produzenten in Süddeutschland. Die Tiere werden in Offenfrontställen mit viel Tageslicht, Frischluft sowie eingestreuten Bodenflächen gehalten.»


Quelle: srf.ch

Text: Katharina Kehler