Schweizer sorgen sich deutlich stärker ums Klima

Neuste Umfrage zeigt: Die Schweizer machen sich deutlich mehr Sorgen um die Umwelt und das Klima. Dabei wollen auch immer mehr Menschen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Sorge um Umweltzerstörung nimmt zu
Auch dank der Klimastreiks rückt das Thema Umweltschutz in den Fokus. NL-Archiv/Michelle Kägi
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Laut der jüngsten Tamedia-Wahlumfrage im Vorfeld der nationalen Wahlen im Herbst hat die Sorge um den Umweltschutz und Klimawandel in der Schweizer Bevölkerung deutlich zugenommen. Das Thema Klimawandel und Umwelt beschäftige die Wahlberichtigten derzeit stark, heisst es in einer Medienmitteilung des Unternehmens. «So finden 67 Prozent, dass der Klimawandel ein «grosses» oder «eher grosses» Problem für die Schweiz sei.»

Sorge um Klima auf Platz 3

Neu liegt die Umwelt auf dem dritten Platz der grössten Sorgen der Wahlberechtigten. 49 Prozent sehen den Klimawandel und die Umweltzerstörung als eines der drängendsten Probleme. Zum Vergleich: In der Umfrage vom September 2018 taten dies nur 36 Prozent aller Befragten.

Viele schützen Klima mit Taten

«Viele Stimmberechtigte geben an, einen persönlichen Beitrag zum Schutz des Klimas zu leisten», heisst es in der Tamedia-Mitteilung weiter. So gaben 27 Prozent der Befragten an, sie würden aus Gründen des Klimaschutzes kein oder weniger Fleisch essen. 35 Prozent gaben an, im letzten Jahr auf mindestens einen Flug verzichtet zu haben, 53 Prozent haben nach eigenen Angaben auf Nahrungsmittel verzichtet, die von weit her kommen.

Grüne im Aufwind?

Die Sorge um die Umwelt und das Klima spiegelt sich im Wahlverhalten wider. Denn die Teilnehmer wurden gefragt, welche Partei sie wählen würden, wenn am kommenden Wochenende Nationalratswahlen wären. Die Grüne Partei käme demnach auf 9,6 Prozent. Das sind 2,5 Prozentpunkte mehr als noch bei den Wahlen 2015. Auch die GLP könnte zulegen und kommt in der Umfrage auf 6,7 Prozent (+2,1).

Die Klimastreiks der Schüler seien nur einer von mehreren Gründen dafür, dass das Umweltthema bei den Wählern höher im Kurs stehe, sagt Politikwissenschaftler und Studienautor Lucas Leemann gegenüber dem «Tagesanzeiger». Er stellt jedoch infrage, ob die Streiks den grünen Parteien tatsächlich mehr Stimmen bringen können – selbst wenn sie bis zu den Wahlen weitergeführt würden. Der Fehlerbereich bei der Umfrage liegt bei 1,3 Prozentpunkten.

So wurden die Zahlen erhoben: Über 22'300 Personen haben an der Tamedia-Umfrage teilgenommen, die am 18. und 20. Februar online durchgeführt wurde. Es ist die vierte Wahlumfrage im Vorfeld der eidgenössischen Wahlen am 20. Oktober. Tamedia hat die Umfrage gemeinsam mit den Politikwissenschaftlern Lucas Leemann und Fabio Wasserfallen von Lee-Was durchgeführt. Gewichtet wurden die Daten nach demografischen, geografischen und politischen Variablen. Gemäss «Tagesanzeiger» sei die Umfrage repräsentativ.

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