Kulturwerte müssen Geschützt werden

Die Alphütten erzählen ein Stück aus historischer Geschichte der Schweiz.

Die Alphütten erzählen ein Stück aus historischer Geschichte der Schweiz. Foto: ©  Rainer Sturm  / pixelio.de

Alphütten und ihre Kulturwerte

Im Projektteil 17 von AlpFUTUR wird versucht, mit Themenwanderungen unter Einbezug von aktiven Alpbetrieben und den historischen Alpgebäuden Themen der Alpwirtschaftsgeschichte, interessante Interaktionen zwischen Natur, Mensch und Umwelt aufzeigen. Diese zu erkennen und auf geeignete Weise an eine Kundschaft weiterzugeben, ist Aufgabe von Wanderleitern und Kulturvermittlerinnen. Die aktiven Älpler selber geben – im alten oder neuen Sennereigebäude – Einblick in die aktuelle Milchverarbeitung und Käseproduktion. Sie zeigen dort unmittelbar die praktischen Arbeiten und bringen persönliche Erfahrungen ein. Damit kann eine emotionale Komponente ins Spiel gebracht werden, welche bestehende Kundenbindungen verstärkt oder neue erschliesst.

Steuerungsmöglichkeiten durch die Verwaltung

Im Kanton Basellandschaft sind die meisten Sömmerungsweiden im Inventar für Trockenwiesen und –Weiden. Dank partnerschaftlicher Beratung haben 80% von ihnen einen Naturschutzvertrag. Die Naturschutzbeiträge betragen ungefähr das Dreifache des Sömmerungsbeitrages, dadurch können die Beiträge mit den Naturschutzanliegen angepasster Nutzung priorisiert werden. In der Gemeinde Dittingen ist die Sömmerungsweide direkt anschliessend an das Siedlungsgebiet und der Stolz der Bevölkerung, was auch unterstützend wirkt.

Diskussion

In der Diskussion wurde darauf hingewiesen, dass zwischen den Ansprüchen der Bevölkerung nach traditioneller Produktion und dem Kaufverhalten (billige Produkte) oft eine Diskrepanz besteht. Weitere Probleme sind die Tatsache, dass mit dem Strukturwandel immer weniger Kühe für die Sömmerung zur Verfügung stehen und diese wegen des Zuchtfortschrittes für die Alp immer weniger geeignet sind. Ausserdem wurde vorgeschlagen, auf regionaler Ebene eine Art «Markt» zu installieren und den verschiedenen Alpen, je nach Standorteigenschaften, unterschiedliche Funktionen (Produktion, Themenwanderung, … ) zuzuordnen.

Hintergründe zum Workshop:

Organisatoren: Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART und Eidgenössische. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL

Moderation: Felix Herzog (ART)

Präsentationen: Benno Furrer (Bauernhausforschung), Hermel Homburger (ART), Xenia Junge (WSL), Beatrice Schüpbach (ART), Pascal Simon (Landwirtschaftliches Zentrum Ebenrain, Kanton Baselland)

Die Präsentationen sind unter www.alpfutur.ch/natur verfügbar.