Smog durch rücksichtsloses Wachstum: China erstmals selbstkritisch

In Chinas Städten wird die Luftverschmutzung zu einem immer grösseren Problem für Umwelt und Gesundheit. Nun hat die chinesische Regierung das rücksichtlose Wachstum des eigenen Landes erstmals offen kritisiert und zum Wandel aufgerufen. Schnelle Veränderungen sind aber nicht zu erwarten.

Smog durch rücksichtsloses Wachstum: China erstmals selbstkritisch
Die derzeitige Luftverschmutzung in chinesischen Städten gefährdet die Gesundheit. Foto: © iStockphoto / Thinkstock
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«Wir können nicht auf Kosten der Umwelt produzieren, bauen und konsumieren», erklärte der erste stellvertretende Ministerpräsident Li Keqiang laut der Nachrichtenagentur China News Service. Es brauche moderne Produktionsmethoden. Gesetze zum Umweltschutz müssten besser durchgesetzt werden.

Zwar seien auch natürliche Faktoren wie der strenge Winter mit Schuld an der derzeitig besonders hohen Smog-Belastung in chinesischen Grossstädten. Doch China könne so nicht weitermachen, räumte Li ein. Damit zeigt sich China zum ersten Mal selbstkritisch. Bisher hatte sich das Land unwillig gezeigt, etwas für den Umweltschutz zu tun.

Bis merkliche Verbesserungen bei Umwelt- und Luftverschmutzung erzielt werden, wird es zwar noch Zeit brauchen. Aber zumindest geht die Regierung mit ihrer neuen Einsicht einen Schritt in die richtige Richtung.

Quellen: nzz.ch, focus.de

Text: Leena Heinzelmann


Schadstoffbelastung: Dicke Luft in Chinas Städten

Derzeit liegt die Feinstaubbelastung in fast allen der 500 grössten chinesischen Städte höher, als die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) definierte Höchstgrenze. In Chinas Hauptstadt Peking überschritt die Luftverschmutzung die Grenzwerte teils um das Zehnfache. Die US-Botschaft stuft die Belastung in Peking derzeit als gefährlich oder sogar sehr gefährlich ein.