Hersteller von Handys und Computern pfeifen auf Arbeitsrechte

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Keiner der grössten Produzenten von Smartphones und Co. engagiert sich genug für gerechte Arbeitsbedingungen. Bei Konfliktrohstoffen und Umweltschutz punkten dagegen zumindest einige Hersteller, wie eine Untersuchung zeigt.

Smartphones und Co: Hersteller pfeifen auf Arbeitsrechte
Foto: © Poike / iStock / Thinkstock

Noch immer werden bei der Herstellung von Computern und Handys vielfach Arbeitskräfte ausgebeutet, Rohstoffe aus Konfliktregionen verwendet und die Umwelt nicht ausreichend geschützt. Das zeigt ein Ranking der zehn IT-Firmen mit dem grössten Schweizer Marktanteil von den Organisationen Brot für alle und Fastenopfer.

Nur manche der Produzenten können zumindest in einigen Bereichen ein ausreichendes Engagement vorweisen.

Apple ist eher top, Huawei dagegen floppt

Auf den ersten drei Plätzen des Rankings landeten Apple, Dell und HP. Gründe dafür sind laut Medienmitteilung von Brot für alle ihr Einsatz gegen die Verwendung von Konfliktrohstoffen. Auch konnten die Unternehmen bei ihrem Engagement für die Umwelt punkten.

Nachholbedarf gibt es bei allen Firmen jedoch bezüglich der Arbeitsbedingungen. Hier schnitten auch die Top 3 nur mittelmässig ab.

Smartphones gibt es auch in wirklich fair

Gerade bei den Arbeitsrechten lässt das Engagement bei den konventionellen Herstellern von Smartphones zu wünschen übrig. Wer ein tatsächlich fair hergestelltes Handy kaufen möchte, kann aber auf das Fairphone zurückgreifen, dem weltweit ersten ethisch korrekten, modularen Smartphone.

Technisch kann das aktuelle Fairphone 2 sich weitgehend mit anderen Smartphones messen. Bei Tests von Computerbild und Chip etwa schneidet es allerdings insgesamt nur mittelmässig ab. Gründe dafür sind unter anderem der hohe Preis und das eher unschöne Design.

Komplett durchgefallen beim Ranking von Brot für alle und Fastenopfer sind dagegen HTC und Huawei. Sie konnten weder bei Arbeitsrechten, noch bei Konfliktrohstoffen oder Umweltschutz überzeugen. Besonders bemängelt wurde bei der Untersuchung ihre fehlende Transparenz. So würden sie «sich in Bezug auf Lieferanten und Produktionsbedingungen in einen Mantel des Schweigens» hüllen, wie es in der Medienmitteilung zum Ranking heisst.

Ebenfalls Abzüge in allen drei Bereichen gab es für die im Mittelfeld liegenden Unternehmen Acer, Samsung, Sony und Asus. Zumindest im Bereich Umweltschutz gab es für Lenovo grünes Licht. Bei Arbeitsrechten und Konfliktrohstoffen konnte das mit dem vierten Platz ausgezeichnete Unternehmen aber ebenso wenig punkten.

Das gesamte Ranking finden Sie unter sehen-und-handeln.ch.