Schweizer Pärke werten die Qualität der Landschaft auf

Pärke sind Heimat für viele Tierarten und Erholungszentrum für die Bevölkerung. Wie Pärke sich am besten entwickeln können, diskutierten die Teilnehmer des Workshops «Schweizer Pärke: Möglichkeiten und Grenzen zur Erhaltung und Aufwertung der Qualität der Landschaft».

Pärke tragen entscheidend zur Qualität der Schweizer Landschaft bei.
Pärke tragen entscheidend zur Qualität der Schweizer Landschaft bei. Foto: © Huber / pixelio.de
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Ziele

  • Aufzeigen der Zielsetzungen und Definition der Handlungsmöglichkeiten und Grenzen von Parkorganisationen
  • Kommunikation von praktischen Beispielen aus den Pärken
  • Konflikte zwischen schützen, erhalten und aufwerten und nutzen, wie zum Beispiel durch Landwirtschaft, Freizeit und Tourismus, identifizieren und mögliche Lösungen aufzeigen

Aufbau und Struktur

Nach einer Auslegeordnung zu den Zielen des Workshops von Andreas Weissen,  wurde die Thematik von Simone Remund, Leiterin der Fachgruppe Pärke im Bundesamt für Umwelt BAFU, aus der Perspektive des Bundes beleuchtet. Andreas Cabalzar, Amt für Natur und Umwelt vom Kanton Graubünden, erläuterte anschliessend die Vorstellungen des Kantons. Fünf Akteure aus laufenden Parkprojekten untermalten die Diskussion mit Beispielen aus ihren Projekten auf den «Parkalltag». Dazu gehören Peter Oggier, Naturpark Pfyn-Finges; Remo Kellenberger, Na-turpark Beverin; Stefan Müller, Naturpark Thal; Dieter Müller, Parc Ela; Nicole Aebli, Wildnispark Zürich Sihlwald.

Inhalt

Die Gesetzgebung zu den Pärke und die dazugehörige Pärkeverordnung liefern die bestehenden Grundlagen für die Verbesserung der Landschaftsqualität in Pärken von nationaler Bedeutung. Es wird angestrebt, dass die Pärke mit gezielten Aufwertungs- und Erhaltungsmassnahmen zu «Vorbild-Landschaften» werden. Das heisst, dass längerfristig eine bessere Landschaftsqualität als in Nicht-Parkgebieten angestrebt wird. Diese Vorgabe spiegelt sich in den Zielsetzungen der Pärke. In den Managementplänen und den Chartas für den Parkbetrieb muss das jeweilige Parkmanagement darum auch aufzeigen, wie eine Verbesserung und eine Erhaltung der Landschaftsqualität umgesetzt werden kann. Die aktuellen und praktischen Beispiele aus den Pärken haben im Workshop aufgezeigt, dass bereits viel unternommen wird, um die Landschaftsqualität zu verbessern. Die Aufwertungsarbeit der Parkakteure beruht vor allem auf bestehenden Vorhabenwie zum Beispiel  Begleitung von laufenden Vernetzungsprojekten, und auf gezielten freiwilligen Massnahmen, die zusammen mit Akteuren und Organisationen in den Parkgebieten ausgeführt werden. Denn der Park hat zwar das Ziel die Landschaftsqualität zu verbessern, aber er hat keine explizite Handlungshoheit. Darum sind die Pärke vor allem Ermöglicher von Aufwertungsmassnahmen. Einerseits, weil sie Initiativen fachlich kompetent begleiten können und andererseits, weil sie für geeignete Massnahmen Mittel zur Verfügung stellen oder solche organisieren können.
Auch im Bereich von möglichen Konflikten in der Landschaftsnutzung, beispielsweis Landwirtschaft, Freizeitnutzung und Infrastrukturen, können die Pärke Vermittlungs- und Moderationsaufgaben übernehmen.

Fazit

  • Die Pärke haben in ihren Zielsetzungen klar formuliert, dass sie ihre Landschaftsqualität verbessern möchten. Dafür erarbeiten sie eine vom BAFU methodisch vorgegebene Landschaftsbewertung und versuchen selber kooperative Initiativen zu starten und laufende Vorhaben zu unterstützen - fachlich, wie auch finanziell.
  • Allerdings stehen für diese wichtigen Massnahmen nur sehr beschränkt Mittel zur Verfügung. Diese gilt es gezielt einzusetzen, vor allem auch mit der Absicht weitere Mittel aus anderen Politikbereichen, Förderprogrammen oder zum Beispiel von Stiftungen auszulösen.
  • Die Verbesserung der Landschaftsqualität ist ein langfristiger Prozess in der Pärkeentwicklung. In vielen Projekten stehen momentan vor allem die regionalwirtschaftlichen Argumentationen und Projekte eher im Vordergrund.
  • Die Pärke verstehen sich als «Ermöglicher». Sie helfen fachlich und koordinieren laufende Aufwertungsmassnahmen. Sie initiieren im Austausch mit Akteuren und Organisationen neue Vorhaben, indem sie Überzeugungsarbeit leisten, finanziell unterstützen oder helfen weitere finanzielle Mittel zu akquirieren.
  • Auch in Konfliktsituationen sehen sich die Pärke als «Ermöglicher». Sie können in der Vermittlung und der Koordination der Akteure Kanton, Bund und Interessensgruppen Konsenslösungen ermöglichen, tragen und unterstützen.
  • Ein wichtiger Faktor im Zusammenhang mit der Landschaftsverbesserung sind auch die Sensibilisierungsmassnahmen. Die Pärke arbeiten an der Sensibilisierung für die Landschaft und für die Natur- und Kulturwerte gegen innen und gegen aussen. Damit erfüllen sie auch ihre Funktion, einen Beitrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung und zur Umweltbildung zu leisten. Das ist eine wichtige Voraussetzung, damit die Landschaft verbessert wird, erhalten bleibt und eine nachhaltige Entwicklung in den Pärken überhaupt ermöglicht wird

Quelle: NATUR