Aktion zeigt: So dreckig sind die Ufer unserer Gewässer wirklich

Eine grosse Sammelaktion soll herausfinden, wie viel Abfall an Flüssen und Seen liegt. Erste Ergebnisse zeigen alles andere als eine saubere Schweiz.

Schweizer Gewässer sind voller Abfälle, zeigt eine Zählung
Foto: © Stoppp.org Medienmitteilung
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Neben Kondomen und Zigarettenstummeln treffen die 120 freiwilligen Sammler am Ufer von Seen und Flüssen immer wieder auf Plastikbehälter sowie Schraubverschlüsse. Insgesamt etwa 80'000 Abfallgegenstände kamen so von April bis Dezember 2017 zusammen.

Doch der bisher gesammelte Müll sei nur ein kleiner Teil, wie eine Pressemitteilung zu der von Stop Plastic Pollution Switzerland (Stoppp), WWF und Hammerdirt unterstützten Aktion angibt. Die endgültigen Ergebnisse der Studie unter dem Namen «Swiss Litter Report» werden erst im Juni erwartet. Hochrechnungen würden jedoch erahnen lassen, dass die Abfallberge enorm sind, welche sich an den Ufern der vermeintlich sauberen Schweiz befinden.

Die Sammler finden alles Mögliche an den Ufern von Schweizer Gewässern

Foto: © Stoppp.org Medienmitteilung

Dabei verschmutzen die Abfälle nicht nur die Umwelt vor Ort. Über die Gewässer werden sie auch weiter ins Meer transportiert, wo sie zur globalen Verschmutzung beitragen. Neben der Natur schadet das auch uns Menschen, zum Beispiel indem immer mehr Mikroplastik entsteht, welches von den Meeren wieder in die Nahrungskette und auch auf unsere Teller gelangt. Erst kürzlich fanden Stichproben die kleinen Plastikpartikel gehäuft im teuren Meersalz: «Ausgerechnet Fleur de Sel ist voll von Mikroplastik.»

Die erste grosse Erhebung an Schweizer Gewässern

Mit der Aktion wird zum ersten Mal schweizweit der Abfall an Flüssen und Seen gezählt. 91 Standorte werden dafür jeweils einmal im Monat nach Müll abgesucht und zwar über ein Jahr hinweg. Die Sammler geben die gefundenen Abfälle in die Marine Litter Watch App ein, wo sie verschiedenen Kategorien zugeordnet werden. Anschliessend wir der Müll entsorgt.

Die genauen Zählungen sollen dazu dienen, zu erfahren, wo welche und wie viele Abfälle vorliegen und zu welchen Zeitpunkten. Daraus sollen Massnahmen abgeleitet werden, um die Verschmutzungen von den Gewässern einzudämmen und fernzuhalten.

Warum Zigis und Co. am Ufer gefährlich sind

Nicht alle Abfälle sind gleich gefährlich. Doch viele haben gemeinsam, dass sie Giftstoffe in die Natur abgeben und eine sehr lange Zeit brauchen, bis sie sich zersetzen. Zigarettenfilter etwa bestehen aus Celluloseacetat.

Laut Stoppp kann etwa bereits ein weggeworfener Filter 7.5 Liter Wasser so stark verseuchen, dass er für Tiere unbewohnbar wird. Darüber hinaus braucht der Zigarettenstummel viele Jahre, bis er sich in der Umwelt abbaut.

Mehr zum «Swiss Litter Report» lesen Sie unter stoppp.org.

Quelle: Medienmitteilung Stoppp

Autor: Bianca Sellnow am 23. Januar 2018