Antibiotikaresistente Keime auch in Schweizer Poulet!

Zu Beginn des Jahres sorgte der Skandal um antibiotikaresistente Keime im Geflügel bereits in Deutschland für Aufsehen. Doch wurde damals für das Schweizer Fleisch Entwarnung gegeben. Das hat sich nun geändert, denn jüngste Untersuchungen weisen auch hierzulande die gefährlichen Bakterien nach.

Auch Schweizer Poulet ist mit Keimen belastet.
Auch in Schweizer Pouletfleisch wurden jüngst antibiotikaresistente Keime nachgewiesen. Foto: © Viktor - Fotolia.com
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Die Schweizer Sendung «Kassensturz» untersuchte stichprobenartig 20 Geflügelprodukte der Supermärkte Migros, Coop. Lidl, Aldi und Spar. Von den Proben waren 10 aus Deutschland, die anderen 10 Geflügelprodukte waren Schweizer Ursprungs.

Die Tests, die in einem Fachlabor durchgeführt wurden, zeigten, dass insgesamt 9 der getesteten Poulet- und Truten-Proben antibiotikaresistente Keime enthielten. Sechs der belasteten Proben sind deutscher Herkunft, doch auch in drei der Schweizer Proben wurden die gefährlichen Keime nachgewiesen.

Trotz der Belastung müssen Sie nicht auf Poulet-Fleisch verzichten. Aber bei der Zubereitung des rohen Fleisches ist Vorsicht geboten. Denn über offene Stellen, etwa kleine Wunden durch einen Schnitt in den Finger, können die Keime in den Körper gelangen. Nisten sie sich dort ein, kann das zur Folge haben, dass Antibiotika bei einer Infektion nicht mehr wirken. Daher sollten Sie stets auf Hygiene achten und sich nach der Verarbeitung gründlich die Hände waschen. Um die Keime abzutöten, muss dass Fleisch ganz durchgebraten werden, dann ist auch der Verzehr unbedenklich.

So gelangen die Keime ins Fleisch

Antibiotikaresistente Keime können sich in den Mastbetrieben bilden, da kranke Tiere nicht von den anderen getrennt behandelt werden. Die Behandlung mit Antibiotika erfolgt über das Trinkwasser, sodass auch gesunde Truten und Hühner die Medikamente aufnehmen. Durch die ständige Konfrontation entwickeln sie eine Resistenz dagegen.

 

 

Quelle: 20minuten Text: Miriam Dippe