Von wegen harmlos: Rezeptfreie Schmerzmittel sind gefährlich

Jeder fünfte Schweizer greift regelmässig zum Schmerzmittel. Über 60 Schmerzmittel gibt es rezeptfrei in der Apotheke zu kaufen. Doch rezeptfrei heisst nicht harmlos. Wer zu viele Tabletten nimmt, kann das Risiko für Krankheiten erhöhen.

Schmerzmittel sind nicht harmlos.
Schmerzmittel sind nicht harmlos. Paracetamol ist Gift für die Leber. Foto: Hemera / Thinkstock
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Keine der zugelassenen Substanzen in rezeptfreien Schmerzmitteln ist harmlos. Das berichtete das Magazin «Beobachter» im Juli. Die Wirkstoffe Ibuprofen und Diclofenac erhöhten das Risiko für Herzinfarkte und Schlag­anfälle, Acetylsalicylsäure hemme die Verklumpung von Blutplättchen und damit die Blutgerinnung, Paracetamol sei in höheren Dosen «das reinste Gift für die Leber».

Trotz dieser Nebenwirkungen gab jeder Fünfte in der schweizerischen Gesundheitsbefragung an, in der letzten Woche mindestens ein Mittel gegen Schmerzen eingenommen zu haben. Die Gewerkschaft Unia hat herausgefunden, dass unter den Bauarbeitern sogar jeder Dritte regelmässig Schmerzmittel nimmt.

Der «Beobachter» empfiehlt deshalb einen verantwortungsvollen Umgang mit rezeptfreien Schmerzmitteln. Dazu gehört beispielsweise die auf der Verpackungsbeilage empfohlene Tagesdosis nicht zu überschreiten und bei länger andauernden Schmerzen einen Arzt aufzusuchen. «Die Unterdrückung von Schmerzen mag im Moment richtig und sinnvoll sein, eine dauerhafte Lösung ist sie nicht, weil es sich um reine Symptombekämpfung handelt», schreibt das Magazin.

Lassen Sie sich zudem in der Apotheke oder beim Hausarzt beraten, welches Schmerzmittel für Ihr Leiden am besten geeignet ist. Geben Sie an, welche Medikamente Sie bereits einnehmen, um Wechselwirkungen zu vermeiden. Trinken Sie keinen Alkohol, wenn Sie Schmerzmittel einnehmen. Die meisten rezeptfreien Schmerzmittel sind nicht für Kinder und Schwangere geeignet.

Quelle: Beobachter, Text: Angela Zimmerling