Rio+20 zum Aktionsprogramm für «Nahrung für alle» aufgerufen

Selten herrscht Einigkeit zwischen Politik, Wissenschaft und internationalen Organisationen. Eine Ausnahme bildet die jüngst verabschiedete Deklaration Runden Tisch der UN- Konferenz über nachhaltige Entwicklung, kurz Rio+20. Mit Rio+20 im Juni soll ein grundlegender Kurswechsel in der Agrar- und Ernährungspolitik eingeschlagen werden.

Rio+20: Forderung nach nachhaltiger Landwirtschaft.
Forderungen nach einer nachhaltigeren Landwirtschaft werden im Vorfeld von Rio+20 laut. Foto: © xalanx - Fotolia.com
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Hochrangige Vertreter der Regierungen, der internationalen Organisation und der Wissenschaft erörterten am Runden Tisch zur Vorbereitung der UN-Konferenz Rio+20 den Umgang mit der Landwirtschaft. Um die weiter wachsende Weltbevölkerung ernähren zu können, sei ein schonenderer Umgang mit den natürlichen Ressourcen zwingend notwendig.

Im Vorfeld von Rio+20 fordert der runde Tisch in seiner Deklaration  «Nahrung für alle, natürlich» weltweite Ernährungssicherheit. Und dafür eine Entwicklung hin zu besseren Bedingungen für Kleinbauern und einer nachhaltigeren Nutzung der natürlichen Rohstoffe. Im Nahrungsmittelanbau müsse zudem vermehrt auf lokale Produkte und Pflanzen gesetzt werden. Um dies zu erreichen, legt die Deklaration nahe, dass die UNO auf der Rio+20 Konferenz damit beauftragt werde, ein Aktionsprogramm zu entwerfen.

Weltweit sind etwa 40 Prozent der Agrarflächen in einem bedenklichen Zustand. Insbesondere in der Wasserknappheit und im Rückgang der Biodiversität sieht der Runde Tisch die Folge von Fehlentwicklung in der Agrarpolitik.  Denn Kleinbauern würden von der gegenwärtigen Politik vernachlässigt, obwohl gerade sie rund 50 Prozent der Nahrungsmittel produzieren.

UNO-Konferenz für nachhaltige Entwicklung Rio+20

Vom 20. bis 22. Juni 2012 findet in Rio de Janeiro die UN-Konferenz über nachhaltige Entwicklung statt. Der Kongress ist symbolträchtig, denn er findet am selben Ort statt, an dem vor 20 Jahren anlässlich eines Weltgipfels Massstäbe für eine globale Politik zum Schutz von Klima und Umwelt gesetzt wurden. In Rio1992 bekannte sich die internationale Staatengemeinschaft erstmals zu den Leitbildern einer nachhaltigen Entwicklung.

 

 

Quelle: Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten Text: Miriam Dippe