Rio+20: Kaum Fortschritte für den Klimaschutz

Unter dem Titel «Die Zukunft, die wir wollen» verabschiedeten die Vereinten Nationen ihr Abkommen zur weiteren nachhaltigen Entwicklung. Viele Experten bezweifeln jedoch, dass die festgesetzten Ziele den Klimaschutz wirklich voranbringen. Unter den Kritikern ist Doris Leuthard, die als Schweizer Delegierte an der Konferenz teilnimmt.

Klimakonferenz Rio+20
Die Vertreter auf der UN-Klimakonferenz müssen viel Kritik einstecken, von links: Nassir Abdulaziz Al-Nasser, Ban Ki-moon, Dilma Rousseff and Muhammad Shaaban.  Foto: © UN Photo/Maria Elisa Franco
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Der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon gibt sich zufrieden mit den Ergebnissen von Rio+20. Doch diese Meinung teilen nur die Wenigsten. Viele Experten wettern gegen die schwachen Vereinbarungen der abschliessenden Deklaration, Umweltverbände sehen die Klimakonferenz sogar als gescheitert.

Auch Doris Leuthard, die als Teil der Schweizer Delegation am UN-Klimagipfel teilgenommen hat, ist nicht durchweg zufrieden mit dem Endergebnis: «Die kleinen, wenn auch wichtigen Schritte genügen nicht, um die Zukunft zu sichern, die wir wollen und die wir brauchen», erklärte sie anlässlich ihrer Rede zur Plenarversammlung der UNO-Nachhaltigkeitskonferenz. Von Politikern über Staatengemeinschaften bis hin zum einzelnen Bürger müssten alle bereit sein, mehr für den Klimaschutz zu tun, als in der Vereinbarung festgelegt wurde, ergänzt sie dazu.

Kleine Erfolge, grosse Enttäuschungen

Obwohl das etwa 50-seitige Schlussdokument für viele nicht zufrieden stellend ausgefallen ist, konnte die Konferenz einige Fortschritte verbuchen. So wurden globale Nachhaltigkeitsziele zur Reduzierung der Umweltbelastungen und der Armut entwickelt. Auch ein hochrangiges, internationales Forum wurde zusammengestellt, das die nachhaltige Entwicklung vorantreiben soll. Ebenso einigten sich die Länder auf eine Entwicklung hin zu einer globalen «grünen Wirtschaft».

Versäumt haben die Vertreter allerdings, Fristen und genaue Ziele für diese nachhaltigen Entwicklungen festzusetzen. Das Abschlussdokument wirkt daher sehr unkonkret und gibt keine spezifischen Pflichten für die einzelnen Länder vor. Doris Leuthard appellierte darum in ihrer Rede besonders an die mächtigen Industriestaaten: «Wir brauchen euch! Wir kleinen Staaten sind allein nicht in der Lage, bedeutende Veränderungen herbeizuführen. Solange ihr euch nicht beteiligt oder eure Verpflichtungen nur vage bleiben, werden auch andere nicht handeln.»

Quelle: rio+20.ch, Text: Bianca Sellnow