Rio+20: das sind die dringenden Themen der Nachhaltigkeits-Konferenz

1992 fand das erste Mal die UN-Konferenz zur Nachhaltigen Entwicklung in Rio statt. 2012, also 20 Jahre später, treffen sich die Staats- und Regierungschefs erneut in der Brasilianischen Hauptstadt, um zu beraten.

Zwanzig Jahre spaeter findet die UNO-Konferenz zum Thema Nachhaltige Entwicklung erneut in Rio de Janeiro statt.
Zwanzig Jahre später findet die UNO-Konferenz zum Thema Nachhaltige Entwicklung erneut in Rio de Janeiro statt. Foto: © Mario Roberto Durán Ortiz / Wikipedia
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Hauptthemen der Konferenz vom 20. bis 22. Juni 2012 sind die Bekämpfung der Armut, der Klimaschutz und ein Umbau der Weltwirtschaft. So sollen unter anderem Regelungen zur Eindämmung des weltweiten CO2-Ausstosses getroffen und Strategien gegen die wachsende Nahrungsknappheit entwickelt werden. Auch Wege hin zu einer globalen «grünen Wirtschaft» soll Rio+20 aufzeigen. Nach Ende der Verhandlungen am Freitag planen die UNO-Staaten dazu eine gemeinsame Deklaration mit dem Titel «Die Zukunft, die wir wollen» zu veröffentlichen.

Die wichtigsten Ziele von Rio+20 im Einzelnen:

Grüne Wirtschaft

Die stark wachsende Weltbevölkerung und ein verschwenderisches Konsumverhalten setzen der Umwelt schwer zu.  Experten schätzen, dass im Jahr 2050 ca. 9 Milliarden Menschen auf dem Globus leben werden. Aber natürliche Ressourcen können bereits jetzt schon nicht mehr so schnell nachwachsen, wie der Mensch sie verbraucht. Die zunehmende Weltbevölkerung ernähren zu können und gleichzeitig die Umwelt zu schonen, stellt deshalb eine enorme Herausforderung dar.

Das Wirtschaftsmodell, wie wir es heute kennen, kann diesen Anforderungen nicht auf Dauer Stand halten. Eine Lösung für das Problem wäre, weltweit eine neue, grüne Wirtschaft durchzusetzen. Doch das ist nur möglich, wenn jedes einzelne Land, jeder Produzent, Konsument, Politiker und andere Entscheidungsträger an einem Strang ziehen.

Das Ziel der Umweltkonferenz Rio+20 ist es, weltweit auf eine grüne Wirtschaft hin zu arbeiten, in der einerseits die Knappheit der Ressourcen berücksichtigt wird. Anderseits soll sie jedoch auch zu einer Reduktion der Armut und einer weltweit ausreichenden Grundversorgung mit Nahrung verhelfen.

Nachhaltige Entwicklung (Gouvernanz)

In der Rio+20-Konferenz versuchen die Vereinten Nationen ein Steuerungs- und Regelungssystem zu erarbeiten, das die weitere globale nachhaltige Entwicklung festlegt. Das System soll das Voranschreiten hin zur grünen Wirtschaft, den weiteren Klimaschutz und die Bekämpfung der Armut regeln. Allerdings steht die Konferenz damit einer Monsteraufgabe gegenüber, denn gerade ärmere Staaten misstrauen den Vorschlägen von Entscheidungsträgern aus den Industriestaaten. Sie fürchten von den reicheren Staaten bevormundet zu werden.

Schweizer Delegation in Rio

Auch die Schweiz hat eine Delegation aufgestellt, die an der Konferenz teilnimmt. In den Vorverhandlungen vom 13. Bis 15. Juni 2012 nahm eine Delegation unter Botschafter Franz Perrez, Chef der Abteilung Internationales im Bundesamt für Umwelt teil. Am Rio+20 Gipfel selbst werden die Bundesrätinnen Eveline Widmer-Schlumpf und Doris Leuthard anwesend sein.

Quelle: rio20.ch, bafu.ch Text: Jessica Buschor