Erste Schweizer Gemeinden testen Reparaturbonus Theresa Keller Reparieren statt wegwerfen soll in der Schweiz attraktiver werden: Erste Gemeinden lancieren dafür einen Reparaturbonus. Das Ziel ist einfach: Wer ein defektes Gerät flicken lässt, soll weniger zahlen und Ressourcen schonen. Für dich kann das Geld sparen – und gleichzeitig Abfall vermeiden. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken Reparaturen sind nachhaltig und ein wichtiger Teil der Kreislaufwirtschaft © Gemini / Google Welche Gemeinden mitmachen und wie hoch der Bonus ist Die ersten Gemeinden sind in der Romandie. Prilly bei Lausanne zahlt bis zu 50 Prozent (maximal 300 Franken) an Reparaturen von Möbeln, Velos, Elektronik oder Kleidern. Die Gemeinde Renens fördert die Reparatur von kaputten Smartphones mit pauschal 50 Franken. Vevey übernimmt je nach Kategorie sogar bis zu 75 Prozent der Reparaturkosten (maximal 400 Franken). Was hinter dem Bonus steckt Beim Reparaturbonus übernehmen Gemeinden einen Teil der Reparaturkosten, etwa bei Haushaltsgeräten, Elektronik, Textilien oder Velos. Damit reagieren sie auf ein bekanntes Problem: Oft ist Neukaufen billiger als Reparieren. Aus Sicht der Umwelt ist das ungünstig, denn gerade Herstellung und Entsorgung von Produkten verursachen Emissionen und brauchen wertvolle Rohstoffe. Das Bundesamt für Umwelt betont in seinen aktuellen Grundlagen zur Kreislaufwirtschaft, dass Produkte länger genutzt, repariert und wiederverwendet werden sollten. Ein Reparaturbonus setzt genau dort an: Er soll die Hemmschwelle senken, ein Gerät oder einen Gegenstand überhaupt zur Fachperson zu bringen. Lohnt sich der Aufwand für dich? Oft ja – vor allem bei hochwertigen Geräten, kleinen Defekten oder wenn nur ein Ersatzteil fehlt. Neben den Kosten spielen aber auch Bequemlichkeit und Gewohnheit eine Rolle. Verhaltensforschung zeigt, dass finanzielle Anreize nachhaltige Entscheidungen erleichtern können, wenn sie einfach verständlich sind. Genau deshalb sind solche Programme interessant: Sie machen nachhaltiges Handeln im Alltag praktischer. Worauf du achten solltest Prüfe, ob deine Gemeinde oder Region bereits einen Bonus anbietet. Frage vorab nach, welche Produkte und Betriebe teilnahmeberechtigt sind. Vergleiche Reparaturkosten, Restwert und erwartete Lebensdauer des Gegenstands. Lass dir einen Kostenvoranschlag geben, bevor du entscheidest. Wichtig ist aber auch: Nicht jede Reparatur ist sinnvoll. Wenn ein altes Gerät sehr ineffizient ist, kann ein Austausch in Einzelfällen ökologisch vernünftiger sein. Die beste Lösung hängt also vom Produkt, seinem Energieverbrauch und dem Schaden ab. Warum das auch gesellschaftlich relevant ist Reparaturboni stärken lokale Reparaturbetriebe und fördern eine Kultur, in der Dinge länger wertvoll bleiben. Das kann helfen, Abfall zu reduzieren und Wissen über Reparaturen in der Gesellschaft zu erhalten. Wenn die Pilotprojekte gut funktionieren, könnten weitere Gemeinden nachziehen.