Knast wegen Plastiktüten: Kenia greift hart durch für die Umwelt

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Wer in Kenia Plastiktüten herstellt, einführt oder nutzt, kann mit hohen Geldbussen und Gefängnis bestraft werden. Und das strenge Gesetz scheint Wirkung zu zeigen. 

Plastiktüten verkaufen oder nutzen kann in den Knast führen
Foto: © Rutchapong / iStock / Thinkstock

Knapp 40'000 Franken Strafe oder sogar bis zu 4 Jahre Haft drohen bei Verstoss gegen das Plastiktüten-Verbot. Das im August in Kraft getretene Gesetz soll den Umweltproblemen in Kenia entgegenwirken: 100 Millionen Plastiktüten wurden dort vorher täglich in Supermärkten herausgegeben. Diese verschmutzten anschliessend die Strassen extrem stark. Einer der Gründe dafür ist, dass es in Kenia kein ausgereiftes Recycling-System gibt, wie beispielsweise hier in der Schweiz.  

Verbote von Plastik können viel bewirken 

Diskutiert wurde über das Verbot in Kenia anlässlich des dreitägigen UNO-Umweltgipfels in Nairobi. Erik Solheim, Leiter des UNO-Umweltprogramms, lobte in diesem Zusammenhang die Regierung des Landes. Plastiktüten zu verbannen habe dort bereits positive Effekte erzeugt. So sind auf den Strassen von Kenia nur noch wenige Plastiktüten zu sehen, wie auch ein Bericht von RTL2 erklärt. 

Zwar sind derzeit nicht überall solch drastische Gesetze gegen Plastiktüten vorstellbar. Doch das Verbot zeigt in die richtige Richtung, denn die Umweltauswirkungen von Plastik sind enorm. Jährlich landen alleine im Meer 8 Tonnen davon. Dort verschlucken Tiere die Plastikteile oder verheddern sich darin. 

Aber das Plastik gefährdet auch Menschen, da es aus dem Meer in die Nahrungskette gelangt. Plastikkleinteile, sogenanntes Mikroplastik, finden sich unter anderem in Fischen und sogar im Trinkwasser. 

Kenia nutzt jetzt Stoff und Bambus statt Plastik  

Ein Kritikpunkt am Plastiktüten-Verbot ist der Verlust an Arbeitsplätzen in Plastiktüten-Produktionen. Befürworter des Gesetzes erklären jedoch, dass sich jetzt schon neue Märkte für Plastiktüten-Alternativen eröffnet haben, wie unter anderem der Tagesanzeiger berichtet: «Händler verkaufen auf Märkten und auf Facebook bereits vermehrt Segeltuchtaschen, Körbe und Tragtaschen aus alternativem Material wie Papier oder Bambus, das abbaubar ist.»

Text: Kalya Koltes, 6.12.2017

Quellen: tagesanzeiger.ch, bluewin.ch, Spiegel Online, faz.de