Plastik im Meer: Forscher untersuchen erstmals Müllinseln weltweit

Im Meer wurden vereinzelt bereits riesige Müllinseln gesichtet. Doch das tatsächliche Ausmass an Plastik in den Ozeanen konnten Forscher bisher nur schätzen. Eine neue Studie soll jetzt Gewissheit bringen und gleichzeitig nach Lösungen für das Umweltproblem suchen.

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Foto: © richcarey / iStock / Thinkstock
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Schätzungen zufolge befinden sich in unseren Meeren 260.000 Tonnen Plastikmüll. Um eine Lösung für diese globale Bedrohung zu finden, sticht Mitte März eine einzigartige Expedition auf Initiative der Schweizer Stiftung Race for Water in See. Ihre Aufgabe ist die erste globale Bestandsaufnahme zur Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll. Aber sie werden auch nach Lösungswegen für das Müllproblem suchen.

So wird das Plastik im Meer erforscht

Das Plastik in den Ozeanen wird durch die Strömungen zu riesigen Inseln zusammengetrieben, die auf dem Wasser schwimmen. Diese Sammelzonen werden Müllstrudel, oder auch Trash-Vortex genannt. Bislang wurde lediglich der Müllstrudel im pazifischen Ozean zwischen den Küsten Japans und Kaliforniens erforscht. Das Forschungsschiff wird jetzt alle fünf bereits bekannten Müllstrudel untersuchen.

Auch die Strände in der Nähe der Müllstrudel werden von der Crew angefahren. Dort wollen sich die Forscher mit der ansässigen Bevölkerung und Umweltorganisationen über Lösungsansätze und Massnahmen sprechen. Mit den neu gewonnen Daten sollen gezielte Strategien zur Bekämpfung der Umweltbedrohung entwickelt werden.

Mehr darüber, wo das Plastik im Meer herkommt und welche Folgen eine solche Müllinsel mit sich bringen kann, können Sie in unserem Artikel Müll im Meer: Einzelne Plastikinseln könnten halb Europa bedecken nachlesen.

Ein erstes kurzes Video hat die Stiftung bereits veröffentlich, hier kann man auch die Route der Expedition sehen:

Vorgehen gegen Plastik im Meer: Die Strategie der Expedition

Das Forschungsschiffs Race For Water Odyssey (R4WO) nimmt am 15. März in Bordeaux Frankreich Fahrt auf. Die Crew wird über 300 Tage unterwegs sein und dabei nicht nur vom Präsidenten der Lausanner Stiftung, Marco Simeoni, sondern auch einem Medienteam begleitet. Mittels Direktreportage soll so die breite Öffentlichkeit über die Erfahrungen der Expedition auf dem Laufenden gehalten werden. Ziel des Unterfangens ist nämlich auch, die Menschen für das Thema zu sensibilisieren. In diesem Sinne sollen weltweit Konferenzen und Veranstaltungen zur Situation des Plastiks im Meer stattfinden.

Quellen: raceforwater.com; Autor: Regina Rohland