Schweizer Läden deklarieren echten Pelz oft falsch oder gar nicht

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Ob der Pelz an Mütze, Jacke und Co. echt ist, sollte eindeutig zu erkennen sein. Doch häufig stimmen Angaben nicht oder der Hinweis fehlt ganz, wie Stichproben zeigen. Einige Läden schneiden dabei besonders schlecht ab. 

Pelz in der Schweiz: Trotz Gesetz ist er oft nicht deklariert
Foto: © maedmaetzker / iStock / Thinkstock

Insgesamt 344 Pelzartikel von 15 verschiedenen Schweizer Unternehmen wurden im November vom Zürcher Tierschutz unter die Lupe genommen. Die Bilanz ist ernüchternd: Ein Drittel aller untersuchten Pelze hatte gar keine Deklaration. 

Nur eines der 15 Geschäfte – Och Sport in Zürich – deklarierte echte Pelze korrekt. Alle anderen 14 Geschäfte verstiessen somit gegen das Gesetz, das die richtige Angabe zwingend vorschreibt. Darunter sind sowohl grosse Modehäuser wie Grieder und Bogner als auch regionale Geschäfte wie Ciolina Mode in Bern, Kofler in Luzern oder House of Gerry Weber in Zürich. 

Wer Kleidung mit Kunstpelz kaufen möchte, sollte daher am besten selbst Hand anlegen. Wie Sie herausfinden, was im Pelzkragen oder dem Puschel auf der Mütze wirklich steckt, zeigt der Artikel «Kunstfell oder Echtpelz? So erkennen Sie den Unterschied».

So muss Pelz richtig beschrieben werden 

Seit 2014 gibt es in der Schweiz ein Pelzdeklarationsgesetz, das genau vorschreibt, wie Läden Echtpelz kennzeichenn müssen. So sollen sie auf einem angebrachten Etikett Auskunft geben über Tierart, Herkunft und Gewinnungsart.  

Deklariert oder nicht – zu Echtpelz gehört Tierleid 

Ob es wirklich der Tierpelz sein muss, sollte man sich überlegen. Imitate sind mit blossem Auge meist nicht mehr von echtem Pelz zu unterscheiden. Und die nur für ihr Fell getöteten Tiere stammen zu 92 Prozent aus qualvoller Käfighaltung, meist aus China oder Finnland, berichtet der Zürcher Tierschutz. 

Pelz in der Schweiz: Trotz Gesetz ist er oft nicht deklariert

Foto: © Oikeutta eläimille (CC BY 2.0)

Polarfüchse stehen dabei an vorderer Stelle: Jeder sechste Pelzartikel in der Schweiz stammt gemäss dem Zürcher Tierschutz von finnischen Polarfüchsen. Ein aktueller Bericht vom SRF zeigt auf, wie diese Zuchten zu ihrem fünffachen Gewicht gemästet werden und durch den überschüssigen Pelz Entzündungen und Gelenkschmerzen bekommen. 

Diese Läden in der Schweiz verzichten auf Echtpelz 

Wer keinen Echtpelz tragen will, kann auch bei Unternehmen einkaufen, die ganz darauf verzichten. Bonita, H&M, Schild, Esprit, Blue Dog und Gerry Weber sind etwa als Fur Free Retailer ausgezeichnet. Auch verkauft das Warenhaus Globus nach eigenen Angaben seit Oktober 2016 keinen Echtpelz mehr.

Um ganz sicher zu gehen, kann der Selbsttest dennoch sinnvoll sein. So wurde bei den Tests des Zürcher Tierschutzes beispielsweise im House of Gerry Weber Pelz gefunden.

Text: Kalya Koltes, 6. Dezember 2017

Quellen: Pressemitteilung Zürcher Tierschutz, SRF Kassensturz