Olympia 2012: Wie nachhaltig sind die «grünen Spiele» wirklich?

London warb von Beginn an damit, dass bei Olympia 2012 besonderer Wert auf Nachhaltigkeit gelegt werden sollte. Einige der genannten Punkte konnte die Stadt auch einlösen. Doch es hagelt Kritik für wenig nachhaltige Entscheidungen bei der Ausrichtung der «grünen Spiele».

nachhaltigkeit bei den olympischen Spielen in London
Das Olympiastadion in London. Foto: Wikipedia / BaldBoris
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Aus einer riesigen Fläche brach liegenden Ödlands wurde der Olympiapark geschaffen. Dafür hat London rund zwei Millionen Tonnen Erde umgewälzt und aufwendig entgiftet. Anschliessend wurden mehr als 300.000 Pflanzen und 2.000 Bäume auf dieser Fläche gepflanzt, um das Brachland in eine Parklandschaft zu verwandeln. Mitten drin versorgt ein umweltfreundliches Blockheizkraftwerk mit neuster Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung-Technologie die Sportstätten mit Energie. Die 70.000 freiwilligen Helfer auf dem Gelände tragen alle Sportkleidung, die ausschliesslich aus rezyklierten Materialien besteht.

London hat also so einiges auf die Beine gestellt, um die Olympiade 2012 zu «grünen Spielen» werden zu lassen. Doch nicht alles an diesen Olympischen Spielen ist so nachhaltig, wie es geplant war. So mussten die Organisatoren bereits vor zwei Jahren den Plan einer 130 Meter hohen Windkraftanlage aufgeben. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung der Olympiade musste daraufhin auf 10 Prozent reduziert werden. Ursprünglich sollten es 20 Prozent sein. Auch die tonnenweise Produktion von Werbeartikeln aus Plastik passt nicht so ganz in das grüne Image der Spiele.

Die heftigsten Kritiken von Umweltschützern erntet das Organisationskomittee LOGOC jedoch für die Wahl der Sponsoren. Dazu gehören sechs grosse Geldgeber, die als «Nachhaltigkeits-Partner» bezeichnet werden. Unter anderem gehören dazu der Ölkonzern BP und das Chemieunternehmen Dow Chemical. Beide Sponsoren sind bereits des Öfteren durch umweltzerstörende Projekte in die Schlagzeilen geraten. Umweltschützer werfen ihnen deshalb Green Washing vor und protestieren dagegen, dass das LOGOC dabei hilft, ihnen einen grünen Anstrich zu verpassen.

Quellen: sport1.de, handelsblatt.com; Text: Bianca Sellnow