Ökostrom: Grüner Strom noch etwas grau um die Nase

Seit der Atomkatastrophe von Fukushima findet auch in der Schweiz ein Umdenken bezüglich der Stromgewinnung statt. Die Nachfrage nach dem sogenannten «grünen» Strom ist hoch. Doch wie grün der uns verkaufte Strom tatsächlich ist, kann schwer nachgeprüft werden.

Als gruen verkaufter Strom ist oft eine Mogelpackung.
Als «grün» verkaufter Strom ist oft eine Mogelpackung. Foto: © iStockphoto / Thinkstock
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Als erneuerbare Energie wird der aus den Quellen der Wasser-, Wind-, Solar- und Biomassekraftwerken produzierte Strom bezeichnet. Der Begriff Ökostrom grenzt diesen noch weiter ein, indem er strenge globale und regionale ökologische Kriterien verfolgt. Bei uns in der Schweiz erkennen Sie diesen Strom am Qualitätssiegel «naturemade star».

Doch die Energiewende bedeutet für viele Stromanbieter eine grosse Herausforderung. Die Umstellung von Atom-, Öl, Kohle- und Gaskraftwerken zu erneuerbaren Energiequellen braucht viel Zeit und Geld. Um die Nachfrage nach «grünem» Strom vorerst decken zu können, behelfen sich einige Energieversorger mit nicht wirklich grünem Strom.

Die Mogelpackung mit grauem Strom

Um in der Schweiz ausreichend Ökostrom anbieten zu können, behelfen sich einige der Energieversorger mit einem Zertifikatshandel. Stromanbieter kaufen dabei auf dem europäischen Strommarkt Energie aus unbekannter Quelle. Gleichzeitig kaufen sie ein Zertifikat, das eine virtuelle Beteiligung an einer erneuerbaren Energiequelle bescheinigt. «Dieser «graue» Strom ist günstig – auch wenn er nachher in der Schweiz als teurer «grüner» Strom weiterverkauft wird», so Thomas Kiehl im IWB-Blog. Denn das Zertifikat berechtigt die Anbieter, die Energie in der Schweiz als Ökostrom zu verkaufen, auch wenn er gar keiner ist.

Doch diese Mogelpackungen zu verkaufen muss gar nicht sein, wie das Beispiel der IWB (Industrielle Werke Basel) zeigt. Dort gibt es seit dem 1. Januar 2009 Strom für ganz Basel, der aus 100 Prozent erneuerbaren Energiequellen stammt. «Dabei sind die Basler Strompreise, ohne kantonale und sonstige Abgaben, schweizweit unter dem Durchschnitt und zählen für Privatkunden sogar zu den günstigsten in der Schweiz,» erklärt Thomas Kiehl.

Damit Konsumenten nicht weiterhin falschen «grünen» Strom verkauft bekommen, braucht es mehr Transparenz bezüglich der Herkunft der Energie. Denn gerade Konsumenten, die explizit nach Ökostrom verlangen, sollten sicher gehen können, dass sie diesen auch erhalten.


 

Quelle: IWB-Blog

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