Gasleck: Der Nordsee droht eine Umweltkatastrophe

Das Leck an einer Gasförderplattform vor Schottlands Küste droht eine Umweltkatastrophe auszulösen. Warum sich die Reparaturen schwierig gestalten und wie ernst die Lage wirklich ist, erfahren Sie hier.

Die Gasförderanlage liegt vor der Küste Schottlands.
Das Gasleck an der Förderplattform droht eine Umweltkatastrophe auszulösen. Foto: @font-face { font-family: "Cambria"; }p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal { margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: 12pt; font-family: "Times New Roman"; }div.Section1 { page: Section1; © iStockphoto / thinkstockphotos
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Am 25. März wird erstmals unkontrolliert ausströmendes Gas an der Förderplattform des Energiekonzerns Total entdeckt. Das Leck konnte jedoch vorerst nicht gefunden werden. Über der Plattform bildete sich durch das ungehindert ausströmende Gas im Laufe der Woche eine explosive Wolke, welche die nun beginnenden Reparaturarbeiten erheblich erschwert.

Die Arbeiter der Plattform haben bereits vor Tagen aus Sicherheitsgründen die Bohrinsel verlassen. Auch Shell hat Arbeiter von zwei umliegenden Plattformen evakuiert. Plattform-Betreiber Total beschwichtigt dennoch. Die Lage sei ernst aber unter Kontrolle und die Explosionsgefahr sei gering, so ein Sprecher des Energiekonzerns gegenüber 20Minuten.

Derzeit ist die Gefahr einer Explosion dank günstiger Wetterverhältnisse relativ unwahrscheinlich. Meteorologen sagen für die nächsten Tage auch weiterhin stabile Windbedingungen voraus. Umweltorganisationen warnen trotzdem davor, die Ereignisse herunterzuspielen. Da sich zusätzlich zu der Gaswolke auf der Meeresoberfläche ein Teppich aus giftigem umweltschädlichem Gas-Kondensat gebildet hat befürchtet der WWF im Ernstfall die Entstehung einer Todeszone. In dieser Zone wäre ein Überleben für Fische, Plankton und Meeresgrundlebewesen unmöglich. Der Schaden für das Klima wäre in einem solchen Fall etwa zehnmal so gross wie jener, der in einem Jahr durch den CO2-Ausstoss von ganz Norwegen verursacht wird, heisst es von Seiten mehrerer Umweltorganisationen.

Bisherige Ereignisse:

Im Laufe der Woche seit Entdeckung des Lecks hat sich die Situation in der Nordsee vor der schottischen Küste verschärft. Mitarbeiter des französische Gasförderkonzerns Total mussten bereits am Sonntag die Plattform überstürzt verlassen. 3 Meilen rund um die beschädigte Plattform wurde eine Sperrzone für Flugzeuge eingerichtet. Schiffe dürfen nur noch mit einem Mindestabstand von 2 Meilen vorbei fahren. Der Energiekonzern Shell hat ebenfalls aus Sicherheitsgründen zwei benachbarte Bohrstationen geräumt. Auf dem Meer hat sich eine 10 Kilometer lange Spur aus Gas-Kondensat gebildet.

 

Quelle: 20min.ch Text: Jessica Buschor